08. März 2019, 22:11 Uhr

Entlastung für Eltern und Ärzte

08. März 2019, 22:11 Uhr
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Aus der Redaktion
Meysam Alikhani, Birgit Samans, Prof. Volker Groß, Prof. Keywan Sohrabi (v. l.) arbeiten an diagnostischen Möglichkeiten für Kinder mit Atemwegserkrankungen. (pm)

Gießen (pm). Die berührungslose Langzeitüberwachung von Säuglingen und Kleinkindern mit Atemwegserkrankungen ist das Ziel eines Forschungsprojekts, bei dem die TH Mittelhessen mit verschiedenen Partnern zusammenarbeitet. Verantwortlich an der THM ist Prof. Keywan Sohrabi vom Fachbereich Gesundheit.

Erkrankungen der Atemwege gehören zu den häufigsten gesundheitlichen Beschwerden bei Kindern. Neben akuten spielen chronisch verlaufende Krankheiten eine große Rolle. So sind etwa zehn Prozent aller Kinder unter 15 Jahren von Asthma betroffen. Medizintechnische Diagnoseverfahren zur Beurteilung der Atembeeinträchtigung stehen erst für Kinder ab fünf Jahren zur Verfügung. Sie lassen aber nur bedingt Rückschlüsse auf die Gesamtsituation im Alltag zu. Ein wesentlicher Grund hierfür liegt darin, dass die Symptome der Erkrankungen wie Atemnot gehäuft in der Nacht auftreten. Sohrabi sieht daher »eine große diagnostische Lücke zur objektiven Erfassung schlafbezogener Atemwegssymptome sowie des Atemverhaltens insgesamt.«

Die Projektpartner (das Ingenieurbüro für Medizintechnik in Wettenberg, die Kinder-Uniklinik in Regensburg und das Gießener Transmit-Zentrum für Bioakustik und Atemphysiologie) wollen ein berührungsloses Langzeitmonitoring bei Säuglingen und Kleinkindern entwickeln. Dabei werden 3D-Kamera und Mikrofon eingesetzt. So sollen über Bewegungen, Körpertemperatur und Atemgeräusche krankheitsrelevante Symptome wie Husten erfasst, automatisch erkannt und bewertet werden. Über einen Monitor erhalten Eltern und Ärzte auf einen Blick eine Darstellung, können so Trends erkennen und Maßnahmen ergreifen. Darüber hinaus informiert eine mobile App wenn kritische Situationen auftreten. »Das neue System unterstützt und entlastet die Eltern. Mediziner erhalten ein objektives Langzeitmonitoring der Krankheitsaktivität, was die diagnostischen Möglichkeiten und die Therapieüberwachung deutlich verbessert«, so IfM-Geschäftsführer Klaus Brückner.



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