18. November 2019, 22:07 Uhr

»Frauen wandern einkaufen«

18. November 2019, 22:07 Uhr
Die früheren Schauspieler Michaela Marten und Pierre Franck amüsieren die Besucher der Pascoe-Jahrestagung. Foto: ta

Pierre Franck (66) ist seit Jahrzehnten als Schauspieler ein Begriff, vor allem durch seine »Tatort«-Einsätze. Berufskollegin Michaela Merten (55) ist 1997 durch ihre Hauptrolle in der Sat1-Familienserie »Katrin ist die Beste« bekannt geworden. Weniger geläufig ist, dass die Eheleute seit 20 Jahren vorrangig als Motivationstrainer und Buchautoren arbeiten. Von der schreiberischen Qualität konnten sich die Teilnehmer der Pascoe-Jahrestagung in der Uni-Aula überzeugen durch die humorvolle Einführung in das Thema »Typisch Frau, typisch Mann: Klischees oder Lebensrealität? Geschlechterfragen im Beziehungsalltag und in der therapeutischen Praxis«.

Sie fühlten sich bei dieser Tagung von Heilpraktikern, Ärzten und Apothekern wohl, »weil wir selbst homöopathisch und naturheilkundlich unterwegs sind«, versicherten die Autoren zu Beginn. Ihr Ziel sei es, Herzen zu bewegen und Menschen glücklich zu machen. Das verfolgen sie auch mit ihren esoterisch geprägten Seminaren zum »Positiven Denken«. Franck bildet zudem Kinesiologen und Heilpraktiker aus. Von diesem Hintergrund war wenig zu spüren, als die Ehrengäste mehrere Kapitel aus ihrem 2007 veröffentlichten Buch »Der ganz alltägliche Beziehungswahnsinn« vorlasen. Beide hatten dafür zu diversen Themen völlig unabhängig voneinander ihre Erfahrungen und Sichtweisen geäußert. Herausgekommen waren kleine Grotesken, die das Alltagsleben von Ehepartnern karikieren.

Beifahrer nur im Notfall

Etwa zum Thema Shopping. Wenn eine Frau in der Umkleidekabine eines Warenhauses neue Bekleidungsstücke anprobiere, könne sie nur drei Minuten auf die Aufmerksamkeit ihres Mannes bauen, ehe es diesen in die Technikabteilung zieht, wo er sich Fußball vom neuesten Flachbildfernseher anschaut, hat Marten gelernt. Männer seien Beutejäger; sie wollen schnell und gezielt einkaufen, stimmte Franck zu. Frauen hingegen »wandern einkaufen«.

Ihr stundenlanges und offenbar planloses Herumstreifen durch Geschäfte könne jede Beziehung auf die Probe stellen. Wenn der Mann um seine Meinung zum anprobierte Teil gebeten werde, dürfte er nicht das geringste negative Wort äußern. Hilfreich seien begeisterte Antworten wie »Am liebsten würde ich gleich mit Dir in die Kabine gehen«.

Gekonnt auf die Schippe nimmt Merten die Männer beim Kapitel »Beifahrer«. Diese Rolle sei unter ihrer Würde und werde nur dann akzeptiert, wenn sie betrunken sind oder einen Bandscheibenvorfall haben. Wichtig sei es dem Mann, dass er unter allen Umständen auch auf dem Beifahrersitz die Kontrolle behält. Typisch auch, dass er das Navi ausschaltet in der Überzeugung, mit der Straßenkarte besser zurechtzukommen Und wenn man sich dann verfranst habe, sei es natürlich unter seiner Würde, jemanden nach dem Weg zu fragen.

Zum Ausklang der Tagung präsentierte Franck einiger seiner Ratschläge, die er in seinem Buch »Erfolgreich wünschen: sieben Regeln, wie Träume wahr werden« beschrieben hatte. Bei der Begrüßung der gut 200 Gäste hatte Geschäftsführerin Annette Pascoe erläutert, welcher Motivationsmethoden sich der Naturmedizin-Hersteller bedient, damit seine Beschäftigten sich an ihrem Arbeitsplatz ausgesprochen wohlfühlen. Den Erfolg bestätigt eine geringe Krankmeldungsquote.

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