15. März 2018, 20:52 Uhr

Freude über neue Begegnungen

15. März 2018, 20:52 Uhr
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Von Christine Steines
Wie funktioniert das? Im Südstadttreff gibt es Unterstützung. (Foto: pm)

Gießen (cg). Die Südstadt war bis vor Kurzem ein weißer Fleck auf der Karte – zumindest, was Orte der Begegnung anging. Das ist nun anders, denn der Caritasverband hat in seinen Pflegeheimen Maria Frieden und St. Anna ein Café als Treffpunkt geschaffen und mit vielen Aktionen Menschen zueinander gebracht: Es gibt eine Walkinggruppe, einen Strick- und einen Literaturkreis sowie gemeinsame Spaziergänge, bei denen interessante Einrichtungen in der Nachbarschaft besucht werden – vom Dialysezentrum bis zu den Stadtwerken. Auf den Weg gebracht wurden diese Angebote durch ein Projekt mit dem sperrigen Titel: »Sozialraumorientierte Netzwerke in der Altenhilfe«. Abgekürzt heißt das »SoNah«, und das verdeutlicht die Inhalte recht gut: Man will die Bewohner des Viertels zueinander bringen.

Das Projekt, das im Bistum Mainz an insgesamt 15 Standorten realisiert wurde, ist nun beendet. Caritasdirektorin Eva Hofmann zog bei einer kleinen Feierstunde eine positive Bilanz. »Wir hoffen, dass wir den eingeschlagenen Weg fortsetzen können«, sagte sie, weitere Mittel seien bereits beantragt. Auch Christoph Schäfer vom Referat Altenhilfe des Bistums lobte das Erreichte: Es sei gelungen, das Miteinander ganz unterschiedlicher Menschen zu fördern. Gerade für alte Menschen, die keine Angehörigen hätten oder deren Kinder weit entfernt lebten, sei diese Initiative segensreich. »Es entsteht so etwas wie eine Wahlverwandtschaft.« Ebenso wie Hofmann hob er das Engagement und die Beharrlichkeit von Gundula Breyer-Keil und Gisela Lich hervor, die das Projekt in den vergangenen zwei Jahren betreut haben.

Syrer helfen im Smartphone-Café

Die beiden Sozialarbeiterinnen stellten die Aktivitäten im Detail vor. Ihr Anliegen sei es, die Ideen aus dem Wohnquartier aufzugreifen und bei der Umsetzung zu helfen. »Danach läuft es im Idealfall von alleine«, sagt Breyer-Keil.

Die wöchentlichen Termine des Südstadttreffs hätten sich mittlerweile etabliert. Freundschaften seien entstanden, aber dennoch seien neue Gesichter willkommen. Ein besonderer Erfolg sei das Smartphone-Café, das von Ehrenamtlichen des Senioren Journals betreut werde. Hier sei die Nachfrage so groß, dass es eine Warteliste gebe.

Unterstützung bekommen die Ehrenamtlichen neuerdings von jungen Flüchtlingen. Sie stehen den Senioren bei Fragen rund um Smartphone und Tablet zur Seite. Diese Begegnungen seien eine »großartige Sache«, so Breyer-Keil, da sie generationenübergreifend seien und zudem die üblichen Rollen umgedreht würden: Die Syrer und Afghanen machten die Erfahrung, dass ihr Wissen und ihre Kenntnisse gefragt und willkommen seien. Die Idee zu dieser gelungenen Kooperation kam von Dr. Barbara Högy.

Auch Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz freut sich über die Entwicklung in der Südstadt. Da es hier im Gegensatz zu den anderen Wohnvierteln keinen städtischen Seniorentreff gibt, soll über weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit und Unterstützung nachgedacht werden, meinte die Oberbürgermeisterin.



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