19. Juli 2019, 22:17 Uhr

Gedenkstele für Mildred Harnack

19. Juli 2019, 22:17 Uhr

Sie war die einzige Amerikanerin, die auf Geheiß Hitlers zum Tode verurteilt wurde. In Gießen hatte sie 1941 in Literatur promoviert. Demnächst soll eine Gedenkstele an Mildred Harnack-Fish erinnern. Ein erstes Exemplar wurde kürzlich in ihrer Heimat Wisconsin in den USA aufgestellt. Ein »Zwilling« solle vermutlich nächstes Jahr in Gießen folgen. Das berichtete im Uni-Senat Prof. Joybrato Mukherjee, Präsident der Justus-Liebig-Universität.

Mukherjee war bei der offiziellen Einweihung an der Universitsy of Wisconsin in Madison zugegen. Er gehörte zur Delegation um den hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier, die kürzlich fünf Tage lang die USA und Kanada bereiste. Die Stele sei an einem See an dem Picknickplatz, wo sich Mildred Fish häufig mit ihrem späteren Mann Arvid Harnack getroffen und auch verlobt habe, berichtete er. Beide Exemplare würden maßgeblich finanziert vom US-Juristen Nick Schweitzer, der auch schon an der JLU Gastvorlesungen gehalten hat. Mildred Harnack (1902-1943) unterrichtete Literatur an der Universität Madison, als sie den deutschen Juristen Arvid Harnack kennenlernte. Das Paar heiratete und zog 1929 nach Berlin. Beide engagierten sich früh im Widerstand gegen die Nationalsozialisten. 1942 wurden sie verhaftet. Mildred Harnack wurde zunächst zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt, auf Hitlers Protest hin in einem neuen Prozess zum Tode.

Seit über 30 Jahren gibt es einen Mildred-Harnack-Weg im Sandfeld, vor vier Jahren wurde das Otto-Eger-Heim in Mildred-Harnack-Fish-Haus umbenannt. Sie selbst nannte sich seit ihrer Hochzeit Harnack; ihr Geburtsname wurde in den letzten Jahren zunehmend angehängt, vermutlich um den Überblick über die große Familie Harnack zu erleichtern.

Wisconsin war ein Schwerpunkt der Amerikareise der 55-köpfigen Delegation. Mit dem US-Staat ist das Land Hessen seit 1976 partnerschaftlich verbunden. Man wolle in diesen politisch schwierigen Zeiten den Gefahren eines Auseinanderdriftens entgegenwirken, erklärte Bouffier.

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