01. Juli 2019, 22:08 Uhr

Gehaltvolles Gastspiel

01. Juli 2019, 22:08 Uhr
Das Gesher Ensemble im Levi-Saal. (bf)

Ein bemerkenswert gehaltvolles Gastspiel war am Sonntag der Auftritt des Frankfurter Gesher-Ensembles im Hermann-Levi-Saal. Das Quartett überraschte die Zuhörer mit einer Mischung aus jüdischen Liedern, Schlagern und Chansons der Zwanziger- und Dreißigerjahre: alle stammten von jüdischen Komponisten und Autoren. Sie wurden ganz ausgezeichnet vorgetragen.

Die Mischung war übers Musikalische hinaus substanziell, dafür sorgte schon Simone Hofmanns Moderation. Sie gab dem Ganzen einen faktenreichen und wissenswerten Hintergrund und förderte dabei so manches Detail zu einem Welthit zutage, das man so noch gar nicht gekannt hatte. Die Besetzung war klassisch mit Anna Kuperschmidt (Klavier), Alexandra Bentz (Sopran) und Benjamin Maroko (Tenor).

Auf eine Zeitreise durch die Musik jüdischer Komponisten und Texter der 1920er Jahre bis heute sollte es gehen. Von Deutschland, Österreich und Osteuropa über Amerika und Kanada ging es weiter nach Israel. Mit ihrer Melange aus klassischem Gesang, Swing und Pop wollte das Ensemble gleichzeitig an große jüdische Künstler erinnern und zugleich ihr Schicksal nicht unerwähnt lassen. Die musikalische Basis lieferte Anna Kuperschmidt, die sensibel und flexibel jedes Genre tadellos begleitete und schließlich mit dem »Präludium III« für Klavier von George Gershwin eine sehr beachtliche, hörenswerte Sololeistung lieferte.

Man hörte Evergreens wie »Adieu, mein kleiner Gardeoffizier« (Musik Robert Stolz/W. Reisch), oder »Die fesche Lola« (Musik: Friedrich Hollaender/Text: Robert Liebmann), die Bentz mit schönen Andeutungen von Sinnlichkeit versah. Die Opernsängerin verließ bald ihren etwas statischen Stil und fand zu den frechen oder schlicht leidenschaftlichen Inhalten wie Cohens »Halleluja«, ging sogar aus sich heraus. Benjamin Maroko blieb stets eher verhalten solide.

Die Synthese aus authentischem Ausdruck, wissenswerter Moderation und enorm bekannten Stücken, darunter auch Volkslieder, mit Kuperschmidts hochprofessioneller Begleitung, machten den Nachmittag zum großen Vergnügen. Das Publikum applaudierte dementsprechend heftig. Schade, dass der Veranstalter keine Programminformationen bereitstellte.

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