06. Juli 2011, 10:45 Uhr

Georg-Meier-Abend im Ulenspiegel

Rund 50 Jahre ist es her, dass große Teile der Jugend zum Widerstand gegen die bürgerliche Gesellschaft aufriefen. Auch in Gießen hat es solche Proteste der sogenannten 68er-Generation gegeben. Der in Gießen geborene Autor Georg Meier hat diese Zeit in seinen Büchern festgehalten. Ihm zu Ehren findet am Mittwoch, 13. Juli, ab 20 Uhr im Ulenspiegel ein »Georg-Meier-Abend« statt.
06. Juli 2011, 10:45 Uhr
Die Fotos der Maidemonstration 1968 in Gießen gegen die Notstandsgesetzgebung hat Gerd Delaveaux (siehe Foto rechts) gemacht. Heinrich Brinkmann hat sie dem Universitätsarchiv zur Verfügung gestellt, das sie wiederum nun zum Georg-Meier-Abend im Ulenspiegel beisteuert.

Verleger Volker Dittrich wird ausgewählte Passagen mit Bezug zur Universitätsstadt aus Meiers Büchern lesen. Historische Aufnahmen werden als Endlos-Präsentation und auf Stellwänden zu sehen sein und Zeitzeugen werden zu ihren Erlebnissen und Erinnerungen befragt. Die Veranstaltung ist ein Beitrag des Literarischen Zentrums Gießen (LZG) zum Projekt »Gießener Ring«, in dem Künstler, die von Gießen weggezogen sind, über ihre Arbeit berichten.

Der Eintritt kostet zehn Euro, ermäßigt sechs Euro an der Abendkasse. Aufgrund des zu erwartenden Andrangs empfiehlt es sich, Karten über das LZG telefonisch zu reservieren (Tel. 97 28 25 17).

Ihre Teilnahme an der Zeitzeugenrunde, die quasi »dokumentarisch« an den Geist der späten 60er und 70er Jahre erinnern soll, haben neben dem Autor selbst zugesagt: der Politologe, frühere Vorsitzende des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes und heutige Grünen-Stadtrat Heinrich Brinkmann, der Kinderarzt Werner Rolfing, der Gastronom Heinz Mohr, der ehemalige Mitarbeiter der Drogenberatung Klaus Röder und die frühere Soziologiestudentin Vera Bonica. Sie werden sich über Studentenproteste, die Kneipenszene der 68er, neue Wohnformen, die Kulturszene der damaligen Zeit und die Drogenerfahrungen dieser Generation unterhalten.

Kurt Trautwein, der hierzu Material des Universitätsarchivs aus dem Umfeld der damaligen Gießener Protestszene gesichtet und vorbereitet hat, wird Fotos als »Endlospräsentation« beisteuern. Auch ein szenetypischer Imbiss der 60/70er Jahre gehört zum Programm. Es erklingt Musik aus dieser Zeit von den Beatles, Rolling Stones, Doors, Jimi Hendrix oder Bob Dylan. Den Abend moderiert Klaus Frahm.

Meier hat in seinen Romanen sein eigenes bewegtes Leben und die Zeit des Um- und Aufbruchs der 68er einfließen lassen und teilt seine Erinnerungen an die Gießener Szene an diesem Abend mit Zeitzeugen.

Georg Meier, 1947 in Gießen geboren, machte eine Kochausbildung in Kitzingen und im Hotel Burg Staufenberg. In den folgenden Jahren entdeckte er die Welt für sich, führte als Gammler und Beatnik ein Leben auf der Straße und landete mehrfach wegen Drogen in Gefängnissen. Mehrmals reiste er auf dem Landweg nach Indien, kehrte von seinen Reisen immer wieder in seine Heimatstadt zurück, wo er 1975 heiratete. Er lebte in besetzten Häusern und arbeitete in der Drogenberatungsstelle. Ein Jahr später eröffneten Meier und seine Frau Cora eine Szenekneipe in Hamburg. In der Hansestadt hat der Ex-Gießener inzwischen seine neue Heimat gefunden. 2008 erschien sein erster Roman »Alle waren in Woodstock, außer mir und den Beatles«. Es folgten 2009 »Härte 10«, 2010 »Mit dem Gibbon und John Lennon nach Ancona«, 2011 »Kein weiter Weg vom Pudding Shop zum Père Lachaise«, die alle im Berliner Dittrich Verlag erschienen sind. gl

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