04. April 2017, 19:59 Uhr

Geschichtsverein legt neuen Mitteilungsband vor

04. April 2017, 19:59 Uhr
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Aus der Redaktion
J. G. Wille

Gießen (pm). Druckfrisch liegt er nun vor, der 101. Band der Mitteilungen des Oberhessischen Geschichtsvereins (MOHG) für das Jahr 2016. Zwar etwas später als sonst im Frühjahr, dafür im stattlichen Umfang von gut 500 Seiten, darauf verweist das Redaktionsteam, bestehend aus Manfred Blechschmidt, Michael Breitbach, Eva-Marie Felschow, Susanne Gerschlauer und Carsten Lind. Eingangs erinnert Vorstandsmitglied Dagmar Klein an Kurt Heyne, der im Dezember 2016 verstarb. Er bleibt vielen Vereinsmitgliedern vor allem wegen seiner zahlreichen Exkursionen auf den Spuren von Goethe in Erinnerung.

Einen Schwerpunkt in diesen MOHG bildet der Zeichner und Kupferstecher Johann Georg Will(e), geboren in der Obermühle bei Bieber, dessen Geburtstag sich im November 2015 zum 300. Mal jährte. Aus diesem Anlass wurden zwei Beiträge zu Willes Schaffen aufgenommen, womit der Vorstand die in den 1960er Jahren begonnene Geschichtsschreibung zu Wille fortsetzt. Prof. Elisabeth Décultot (Paris/Halle) arbeitet die Leistungen von Wille als einem der wirkungsmächtigsten europäischen Kulturvermittler des 18. Jahrhunderts heraus. Prof. Marcel Baumgartner (Gießen) würdigt, ausgehend von der Wille-Sammlung im Bestand des Oberhessischen Museums, das in über 70 Jahren entstandene Œuvre von Wille.

Antonio Sasso hat sich intensiv mit dem Augustinerchorfrauenstift Cella am Fuß des Schiffenbergs befasst, hat historische Urkunden gelesen. Sein Vortrag beim Geschichtsverein ist hier nachlesbar. Matthias Kornitzky bringt Untersuchungen zur Burg Vetzberg, Susanne Gerschlauer zur ehemaligen Synagoge in Großen-Buseck. Weitere Facetten des Ersten Weltkriegs werden aufgezeigt: in der Geschichte von Stadt (Ludwig Brake) und Universität (Prof. Trude Maurer) Gießen sowie in der Gemeinde Angenrod bei Alsfeld (Ingfried Stahl).

Bierbrauer Lemp aus Pohlheim

Weitere personengeschichtliche Beiträge handeln vom Auswanderer und Bierbrauer Lemp aus Pohlheim (Nicola Stumpf) und von der Berufung des Johannes Haller an die Universität Gießen (Herbert Zielinski). Der Lebensweg des »oberhessischen Hirtensohns beim letzten Mohikaner«, Georg Schneider aus Fellinghausen, war ebenfalls ein Vortrag beim OHG, der nun nachlesbar ist. Hierfür steht der in Marburg lehrende Historiker Prof. Holger Gräf. Quasi einen Vorausblick auf zwei Jubiläen in diesem Jahr wirft der Literaturwissenschaftler Rolf Haaser: die Geburtstage des Naturwissenschaftlers Carl Vogt und des Kulturphilosophen Moritz Carrière jähren sich zum 200. Mal. Haaser zeigt die erstaunliche Parallelität ihrer Biografien auf.

Der Band 101 (2016) ist in der Geschäftsstelle im Stadtarchiv erhältlich, für Mitglieder ist er kostenfrei, für Nicht-Mitglieder kostet er 14,50 Euro. (Foto: pm)



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