01. Mai 2018, 18:00 Uhr

Maidemonstration

Gewerkschaften im Bunde mit Petrus

Bei der tradtiionellen Kundgebung in Gießen erinnern Gewerkschafter an den Sinn des Feiertags 1. Mai: Der Tag der Arbeit sei mehr als ein »allgemeiner Wandertag«.
01. Mai 2018, 18:00 Uhr
Knapp 500 Menschen ziehen zum Tag der Arbeit durch die Innenstadt. (Foto: csk)

Am 1. Mai ist sogar Petrus manchmal Verbündeter der Arbeiterbewegung. Pünktlich zum alljährlichen politischen Sturm schickt er dann eine frische Brise – und die Fahnen der Demonstranten wehen noch etwas stärker als in flaueren Zeiten. Optisch brachten die knapp 500 Teilnehmer des DGB-Demonstrationszuges zum Tag der Arbeit ihre Anliegen am Dienstag also allein schon wegen des Wetters besonders gut zur Geltung. Das diesjährige Motto der bundesweit stattfindenden Kundgebungen war dabei allerdings eher selten zu lesen: »Vielfalt, Gerechtigkeit, Solidarität«.

Stattdessen fanden sich beispielsweise Plakate für ein bedingungsloses Grundeinkommen und den sofortigen Stopp jedweder Waffenlieferungen in Krisengebiete. Gewohnt pointiert skandierten die Demonstranten, die mittags vom Kirchenplatz über die Nordanlage und die Steinstraße und zurück zum Ausgangspunkt zogen, weitere Forderungen: »Nur für Arbeit gibt es Lohn – Vorstand in die Produktion« und »Gerechtigkeit für alle, sonst gibt’s Krawalle« waren nur zwei ihrer Sprechchöre.

Neben diversen Gewerkschaften beteiligten sich an dem Zug auch mehrere Parteien, darunter die SPD, die Linke, die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands und die Deutsche Kommunistische Partei. Außerdem waren Transparente des Alevitischen Kulturvereins und der European Syriac Union zu sehen. Bei Zwischenkundgebungen sprachen Melanie Schneider und Lars Frewert vom Ortsjugendausschuss der IG Metall Mittelhessen.

Schneider erinnerte an das Ende des Ersten Weltkriegs und die Einführung des Frauenwahlrechts 1918. 100 Jahre später sei »die Gleichberechtigung noch lange nicht ausgefochten«, betonte sie und erklärte: »Der Kampf um Gleichberechtigung muss ein Kampf gegen das kapitalistische System sein.« Und auch Frewert beschwor den klassischen Arbeitskampf, etwa um die 28-Stunden-Woche zu erstreiten. Sich auf Parteien zu verlassen, reiche nicht aus, denn »wirksam« seien nur zwei Mittel: »Wirtschaftlicher Druck und Streik.«

»Nicht der allgemeine Wandertag«

Zurück auf dem Kirchenplatz, hielt Beate Rohrig die traditionelle Mairede. Die Bezirksleiterin der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie wetterte unter anderem gegen US-Präsident Donald Trump und seine Handelspolitik, gegen »Hetzer und Pöbel-Politiker von der AfD« sowie gegen »die europäische Sparpolitik«. Rohrig plädierte für die Einheit der Arbeiterbewegung. Der 1. Mai sei »eben nicht der allgemeine deutsche Wandertag, sondern der Tag der weltweiten Gewerkschaftsbewegung«, sagte sie. Damit die Gewerkschaften »den kollektiven Schutz gegen Ausbeutung« garantieren könnten, sei heute in vielen Branchen vor allem »eine Stärkung der Tarifbindung« dringend erforderlich.

Weitere Grußworte und Ansprachen kamen von Klaus-Dieter Körner (IG Bauen-Agrar-Umwelt), Klaus Zecher (DGB) und Ali Al-Dailami (Die Linke). Im Anschluss tauschten sich viele Zuhörer noch beim Maifest auf dem Kirchenplatz aus.

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