17. November 2018, 07:00 Uhr

Parken in Gießen

Gießen: Messeplatz wird beleuchtet

Viele Nutzer des kostenpflichtigen Messe-Parkplatzes an der Ringallee Gießen beschweren sich über die Dunkelheit des Platzes. Sie finden ihre Autos kaum wieder. Die Stadt will nachbessern.
17. November 2018, 07:00 Uhr
Karen_werner
Von Karen Werner
Wo steht mein Auto, wo sind Stolperfallen, lauert irgendwo ein Unhold? Auf dem dunklen Messeplatz fühlen sich morgens und abends viele Autobesitzer unsicher. (Foto: Schepp)

Seit einem halben Jahr kostet das Parken auf dem Messeplatz an der Ringallee Geld. Erst jetzt, mit den immer kürzeren Tagen, wird ein Problem offensichtlich, das bisher kaum aufgefallen war: Der Platz ist unbeleuchtet. Die Stadt kündigt nun an, dass sie Lampen aufstellen werde. Wann, steht noch nicht fest.

Auf die unangenehme Dunkelheit aufmerksam gemacht haben die Personalvertretungen der Gerichte. Die einen tasten sich vor Arbeitsbeginn, die anderen nach Feierabend mit der Handy-Taschenlampe zu ihrem Auto. Überhaupt das eigene Fahrzeug zu erkennen, gelinge nur dank Funkschlüssel, der die Lichter aufblinken lässt, erzählt die Justizangestellte Catja Margolf, die sich gemeinsam mit einem Dutzend Kolleginnen und Kollegen an die GAZ gewandt hat. Nicht nur den Frauen sei mulmig zumute, weil man nicht erkennen kann, ob sich irgendwo andere Menschen aufhalten. Schließlich berge auch der unebene Untergrund Gefahrenpotenzial.

 

Messen bleiben an der Ringallee

Bisher hätten die Mitarbeiter in der dunklen Jahreszeit auf besser beleuchtete Flächen ausweichen können, etwa vor dem Hallenbad oder direkt an der Ringallee. Das sei nun nicht mehr möglich: Ihre Halbjahrestickets gelten nur für den Festplatz. Dank der Gebühren, die sie und alle anderen Autofahrer nun bezahlen, dürfe die Finanzierung von Lampen für die Stadt ja kein Problem sein.

»Wir können diesen Wunsch gut nachvollziehen«, erklärt Magistratssprecherin Claudia Boje. Die Stadt werde »die Situation überprüfen und eine Beleuchtungsplanung erarbeiten. Diese muss dann natürlich auch das Umfeld berücksichtigen«, zum Beispiel die Wege zum Sportplatz von Blau-Weiß Gießen und die Bedürfnisse der Beschicker von Herbst- und Frühjahrsmesse.

Diese Volksfeste würden auch künftig an der Ringallee gefeiert, fährt Boje fort und lehnt damit eine weitere Anregung der Justizangestellten ab. Sie hatten eine örtliche Verlegung der Messen vorgeschlagen, »da die Parkplatzsituation in dieser Zeit sehr angespannt ist«. Den Inhabern von Dauerparktickets werde keine Ausweichmöglichkeit zur Verfügung gestellt. Parken auf anderen Flächen koste zusätzlich Geld.

 

Veranstaltungen verlegt

Boje entgegnet: Die dort lange beheimatete und für Gießener zur Tradition gewordene Messe gänzlich zu verbannen, »wäre nicht mehr verhältnismäßig«. Die Hauptbestimmung des Platzes sei nach wie vor die als Veranstaltungsfläche – »was der Nutzung als Parkplatz in allen sonstigen Zeiten nicht widerspricht«. Dass er zeitweise für Autobesitzer nicht nutzbar ist, sei bei der Bemessung der Parkgebühr für die Halbjahrestickets angemessen berücksichtigt worden, argumentiert die Sprecherin.

Um gerade den Interessen der Parkplatznutzer entgegenzukommen, habe die Stadt seit einiger Zeit etliche Veranstaltungen verlegt. So gastieren Zirkusse oder die Gießener Neuwagenmesse mittlerweile regelmäßig an den Hessenhallen. Außerdem wurden die früher »mitunter recht großzügigen Auf- und Abbauzeiten für Frühjahrs- und Herbstmesse auf das unbedingt erforderliche Maß verkürzt, um möglichst selten Parkplätze zu verlieren«.



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