06. März 2019, 15:42 Uhr

Ehemalige HEAE

Gießen: Nähere Zukunft der früheren Flüchtingsunterkunft am Meisenbornweg geklärt

Die frühere HEAE im Meisenbornweg steht für eine Wohnnutzung definitiv nicht zur Verfügung. Das Land Hessen als Eigentümerin äußert sich zu den Plänen.
06. März 2019, 15:42 Uhr
Für das frühere Notaufnahmelager im Meisenbornweg plant das Land eine Nutzung durch eigene Behörden. (Foto: Schepp)

Würde man die frühere Hessische Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge (HEAE) im Meisenbornweg komplett als Museum nutzen, könnte man dort wohl locker die gesamte deutsche und mitteleuropäische Zuwanderungsgeschichte von der Völkerwanderung bis zur Flüchtlingskrise 2015 erzählen. Genug Platz wäre dort nämlich vorhanden. Aber daran denkt niemand: Das Land Hessen plant vielmehr in enger Abstimmung mit der Stadt, in einem Gebäudeteil der Liegenschaft eine Gedenkstätte zur Geschichte des Gießener Notaufnahmelagers zwischen 1946 und heute einzurichten. Dies wirft die Frage nach der künftigen Nutzung des großen Restgeländes und der Gebäude an der Lahnstraße auf.

Diese Frage hat der Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH) nun beantwortet. »Gegenwärtig wird die Unterbringung von Landesbehörden in der Liegenschaft Meisenbornweg in Gießen geprüft; dies betrifft insbesondere die Niederlassung Mitte des Landesbetriebs Bau und Immobilien Hessen. Zur Verwendung weiterer Teilflächen der Liegenschaft können gegenwärtig unsererseits keine Aussagen getroffen werden«, erklärte LBIH-Sprecher Alexander Hoffmann auf GAZ-Anfrage.

 

»Wohnraum für 500 Menschen«

Das bedeutet, dass das Land Hessen auf absehbare Zeit nicht daran denkt, die landeseigene Fläche zu vermarkten, zum Beispiel zu Wohnzwecken. Denn diese Nutzung wird aktuell in der Stadtpolitik diskutiert, nachdem durch Aussagen aus dem Demografieatlas des Landkreises bestätigt worden ist, dass in Gießen bald keine größeren Wohnbauflächen mehr zur Verfügung stehen werden. So hatten Martina Lennartz und Michael Beltz, beide Stadtverordnete in der Fraktion der Gießener Linken, vor wenigen Tagen bei einer Mitgliederversammlung der örtlichen DKP beklagt: »Wohnraum für 500 Menschen steht leer.«

 

BAMF bleibt im Gießener Osten konzentriert

Nach Auffassung von Lennartz und Beltz würde sich der Komplex an der Lahnstraße gut eignen, um soziale Einrichtungen zum Beispiel für Wohnsitzlose unterzubringen und um soziales sowie studentisches Wohnen zu ermöglichen. »Die frühere Erstaufnahmeeinrichtung verfügt über mehrere Gebäude, in denen viele Menschen gewohnt haben. Dort sind rund 500 Unterkunftsplätze mit sanitären Anlagen, Küchen, Gemeinschaftsräumen, Verwaltungsräumen sowie Spielplätzen vorhanden«, argumentieren die beiden Stadtverordneten. Es würde angesichts der in Gießen herrschenden Wohnungsnot an Wohnraumzweckentfremdung grenzen, dort eine Gedenkstätte einzurichten, aber kein Wohnnutzung ins Auge zu fassen.

Aber auch das Land Hessen braucht Platz für seine Behörden und Gesellschaften. So ist die »Niederlassung Mitte« des LBIH, die sich nun offenbar im Meisenbornweg ansiedeln soll, die größte in Hessen. 450 Mitarbeiter sind an den sechs Standorten in Weilburg, Bad Nauheim, Friedberg, Marburg und Gießen beschäftigt, am hiesigen Niederlassungssitz ist der LBIH bislang auf drei Standorte am Leihgesterner Weg (früher Staatsbauamt), im Aulweg und im Erdkauter Weg verteilt.

Im vergangenen Spätsommer hatte es noch geheißen, dass auch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) mit etwa 50 Mitarbeitern wieder an den Meisenbornweg zurückkehren wird, aber daraus wurde offenkundig nichts. Das Bundesamt bleibt im Gießener Osten konzentriert.

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