26. Januar 2018, 20:56 Uhr

Gießen-Werbung »aus einem Guss«

26. Januar 2018, 20:56 Uhr
H.-J. Ebert

Bis zum Jahresende soll sich das Stadtmarketing neu aufstellen, in welcher Form, ist noch unkar. Wirtschaftsdezernent Peter Neidel (CDU) ließ in der Pressekonferenz des Magistrats am Dienstag eine Tendenz zu einer Wiedereingliederung in die Stadtverwaltung erkennen. Wir haben nachgefragt bei Heinz-Jörg Ebert, Vorsitzender des zweitgrößten privaten Gesellschafters, BID Seltersweg.

Herr Ebert: Wie beurteilen Sie die Pläne der Stadt, die Gießen Marketing GmbH wieder in die Stadtverwaltung einzugliedern?

Heinz-Jörg Ebert: »Sie irritieren mich. Woher haben Sie die Aussage der ›geplanten Wiedereingliederung‹ in die Stadtverwaltung? Die Struktur des Gießener Marketings zu analysieren und auf zeitgemäße Füße zu stellen, wird von der privaten Seite innerhalb der Gießen Marketing nicht nur mitgetragen, sondern wurde von deren Seite sogar gefordert und mitinitiiert. Der Prozess wird von einer Lenkungsgruppe, in der auch die BIDs vertreten sind, geführt. Wie Stadtrat Neidel schon sagte: Das Ergebnis, wie diese Strukturen schließlich aussehen werden und ob Rekommunalisierung oder eine andere Rechtsform der zielführendere Weg wäre, ist völlig offen. Ich habe keinerlei Grund, dieses Versprechen in Zweifel zu ziehen. Die erste Zusammenkunft der Lenkungsgruppe war außerordentlich konstruktiv.

Welche Rolle spielt der Einzelhandel für Marketingstrategien einer Stadt?

Ebert: Das Image einer Stadt wird von einem Bild aus vielen Mosaiksteinen geprägt. Institutionen wie die Stadt selbst, die Universität, die Stadtwerke, aber auch der Handel werben – jeder separat – mit riesigen eigenen Etats und imagebildenden Maßnahmen für unseren mittelhessischen Standort. Da ist es mehr als sinnvoll, dass man dies mit einer gemeinsam abgestimmten Sprache tut, und nicht jeder sein eigenes Bild von Gießen zeichnet. Von daher hat der Einzelhandel als einer der Magneten eine außerordentlich wichtige Rolle, die in einer wie auch immer zu gestaltenden Struktur ihren Platz haben wird.

Welche Vorteile hat die Ausgliederung des Stadtmarketings in eine GmbH vor zehn Jahren gebracht?

Ebert: Ich glaube, dass wir zum damaligen Zeitpunkt und in der alten Struktur ohne ›GiMa‹ kaum in der Lage gewesen wären, solch imageprägende Highlights wie die mehrmonatige Dino-Ausstellung, die Mammut-Folgeveranstaltung, die Gießen-Filme, zahlreiche Aktivitäten zur Landesgartenschau oder die Online-Medien – wie die Gießen-App – zu stemmen. In der heutigen Zeit sind klare Positionierungen, kurze Wege, schnelle Entscheidungen, pragmatisches Vorgehen ein entscheidender Vorteil. In einer jungen und wachsenden Stadt erst recht. Die GmbH hat dabei vieles positiv verändert.

Woher kommt die Unzufriedenheit einiger Gesellschafter?

Ebert: Die Unzufriedenheit fokussiert sich nicht auf die GiMa, sondern auf die Struktur in Bezug auf die Zusammenarbeit mit den vielen prägenden Mosaiksteinen, von denen ich anfangs berichtete. Ein abgestimmtes und engagiertes Zusammenspiel von beispielweise der Stadt, den Hochschulen, Stadtwerken, Wirtschaft und Einzelhandel und anderen, die an einem Strang – in die gleiche Richtung – ziehen, wäre ein vielversprechender Meilenstein.

Wie muss es aus Ihrer Sicht weitergehen, um eine schlagkräftige Stadtmarketing aufzustellen?

Ebert: Ich denke, alle sind sich im Ziel einig: die Zusammenarbeit der Institutionen muss zielgerichteter, enger, abgestimmter, konstruktiver werden. ›Gießen aus einem Guss!‹ Wie der Weg dahin aussieht, ist in der Lenkungsgruppe sicher gut aufgehoben.

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