03. August 2019, 14:00 Uhr

Sicherheitscheck

Gießen nimmt am Sicherheitscheck teil

Die Stadt Gießen tritt dem Landesprogramm »KOMPASS« bei. Dabei geht es vor allem um die Sicherheitlage und das Sicherheitsgefühl. Zunächst werden rund 7000 Gießener dazu befragt.
03. August 2019, 14:00 Uhr
Mehr Polizeipräsenz wie hier im Frühjahr im Mühlengarten könnte auch auf den Wunschzetteln der befragten Gießener stehen. (Foto: Schepp)

Die Statistiken der Polizei sollen die Kriminalitätsentwicklung einer Stadt oder einer Region einigermaßen objektiv abbilden. Aber oft stehen die Daten im Widerspruch zum Sicherheitsgefühl der Bevölkerung. In diese Lücke stößt das Land Hessen mit seinem Programm KOMPASS, was für Kommunal-ProgrAmmSicherheitsSiegel steht. Als bislang größte mittelhessische Kommune ist am Freitag Gießen dem KOMPASS beigetreten. Damit unterziehen sich Stadt und Polizei quasi einem Sicherheitscheck durch die Gießener Bevölkerung. »Sicherheit ist ein Grundbedürfnis«, erklärte Innenstaatssekretät Stefan Heck bei der Übergabe des Siegels an den Magistrat.

Im Mittelpunkt des Programms stehen eine große repräsentative Befragung der Gießener sowie die Durchführung mehrerer Sicherheitskonferenzen unter Einbindung der »Zivilgesellschaft«, wie Polizeipräsident Bernd Paul sagte. Mit einer Stichprobe von rund 7000 befragten Gießenern über 14 wollen sich Stadt und Polizei ein umfassendes Bild von der Sicherheitslage in der Stadt verschaffen, wobei es nicht nur um Kriminalität geht. »Da können auch Probleme im Straßenverkehr zur Sprache kommen«, sagte Paul. In den Konferenzen sollen dann »alle relevanten Sicherheitspartner« an einen Tisch geholt werden, um am Ende zu »passgenauen Lösungen« für Probleme in den einzelnen Stadtteilen zu kommen. Diese Lösungen müssen nicht immer aufwendig und teuer sein. Die bisherigen Erfahrungen in den KOMPASS-Kommunen zeigen laut Paul, dass es oft »die kleinen Dinge wie eine zusätzliche Straßenlampe« seien, die von den Bürgern gewünscht würden.

Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz, Bürgermeister Peter Neidel und Stefan Ilg, stellvertretender Leiter der Polizeidirektion Gießen, verwiesen auf die bislang schon sehr enge Zusammenarbeit zwischen Ordnungsamt und Polizei.

Lage im Mühlengarten beruhigt

Dass Stadt und Polizei in der Lage seien, »innerhalb kürzester Zeit« und wirkungsvoll auf akute Sicherheitsprobleme zu reagieren, habe das Eingreifen im Mühlengarten an der Lahn im Frühjahr nach der Massenschlägerei gezeigt. Die Drogenszene meide den Bereich mittlerweile. »Dass sich die Situation deutlich verbessert hat, ist uns auch von Anwohnern und dem Seniorenzentrum bestätigt worden«, berichtete Ilg. Gewirkt habe hier unter anderem die einfache Maßnahme, den Zugang zum kostenlosen W-LAN ab dem frühen Abend zu beschränken. Mit KOMPASS indes komme die gesamte Gießener Sicherheitsarchitektur jetzt auf den Prüfstand. Der von der Justus-Liebig-Universität erarbeitete Fragebogen wird wohl im Laufe des Herbstes an die rund 7000 Gießener verschickt. »Wir sind gespannt auf die Ergebnisse«, sagte Polizeiführer Ilg.

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