20. Juli 2019, 14:00 Uhr

Gießener Hütte

Gießener Hütte in Kärten jetzt wieder erreichbar

Gute Nachricht für die Bergfreunde: Die Zufahrtsstraße zur Gießener Hütte in Kärnten (Österreich) ist wieder für den Verkehr freigegeben worden. Ein schweres Unwetter hatte die Straße zerstört.
20. Juli 2019, 14:00 Uhr

/Maltatal (pm). Freude bei der Gießener Sektion des Deutschen Alpenvereins: Die Zufahrtsstraße zur Gießener Hütte in Kärnten (Österreich) ist wieder frei. Der zwölf Kilometer lange Gößkarweg zwischen dem Talort Malta und dem Gößkarspeicher, der im vergangenen Herbst im oberen Teilstück bei einem Unwetter schwer beschädigt worden war, ist in den vergangenen Wochen so weit repariert worden, dass er wieder benutzbar ist. Auch der nichtöffentliche Forstweg, der den Speicher und die Hütte verbindet, ist hergerichtet worden. Damit steht der Stützpunkt für Bergwanderer und Bergsteiger kurz nach Beginn der Saison uneingeschränkt zu Verfügung.

Bei einem Unwetter Ende Oktober 2018, also nach Ende der Wandersaison, waren - wie damals berichtet - binnen 48 Stunden 300 Liter Wasser pro Quadratmeter vom Himmel geströmt. Diese Wassermassen hatten den Gößkarweg im oberen Teil an einigen Stellen unpassierbar gemacht, weil Erdreich und Felsbrocken über und auf die Fahrbahn geschwemmt wurden. Zudem wurden durch Beschädigungen der Betonfahrbahn die Furten über die Bäche unterbrochen. Auch der windungsreiche Forstweg zur Gießener Hütte (2215 m) wurde im unteren Teil verwüstet: Die Wasserflut schwemmte die obere Splittschicht weg.

Zuschuss von der Stadt Gießen?

Die asphaltierte Zufahrtsstraße, die vom Tal (840 m) zum Parkplatz unterhalb der Wasserkraftanlage (knapp 1700 m) führt, war damals sofort gesperrt worden. Mit der Schadensbeseitigung musste aber bis zum Ende des Winters und der Schneeschmelze gewartet werden. Erst Mitte Juni begannen schließlich die Reparaturarbeiten in dem schwierigen Gelände und unter zum Teil gefährlichen Bedingungen. Für diesen Einsatz hat sich Maltas Bürgermeister Klaus Rüscher bei den beauftragten Firmen und insbesondere den Baggerfahrern bedankt, als er dem Weg am vergangenen Freitag wieder für die Öffentlichkeit freigab.

Ganz abgeschlossen ist die Sanierung aber noch nicht. Ein steiles Straßenstück soll weiter befestigt werden, um ein abermaliges Ausschwemmen zu verhindern. Außerdem sollen neben der Fahrbahn weitere Beton-und Spundwände eingezogen werden. Der Gößkarweg ist also vorerst ein Provisorium. Deshalb würde die Gemeinde ihn umgehend erneut sperren, wenn Unwetter oder Wetterstürze drohen.

Die Sanierungskosten werden auf rund 900 000 Euro geschätzt. Entsprechend einem Aufteilungsschlüssel übernimmt die Hälfte davon der Kraftwerke-Betreiber Verbund AG. Zur Kasse gebeten wird neben zwei Grundbesitzern und der Gemeinde Malta auch die DAV-Sektion Gießen-Oberhessen mit 7 Prozent, also rund 60 000 Euro.

Die Kosten von etwa 20 000 Euro für das Wiederherrichten des vier Kilometer langen Forstwegs zwischen Gößkarspeicher und Gießener Hütte teilen sich der Grundbesitzer und der hiesige Alpenverein. Der bekommt zwar für beide Posten einen Zuschuss von mindestens 50 Prozent vom Dachverband. Doch weil der Etat 2019 auch die verbleibende Mehrbelastung nicht verkraften kann, hofft die Sektion, dass ihr Zuschussantrag bei der Stadt Gießen nicht auf taube Ohren stößt.

An der Wiederherrichtung des Forstwegs waren Anfang des Monats zwei Tage lang auch einige Helfer des Gießener Alpenvereins beteiligt, die zum üblichen Arbeitseinsatz am Saisonbeginn in die Hohen Tauern gereist waren und die Hütte aus dem Winterschlaf geholt hatten.

Dank der Wiederfreigabe des Gößkarwegs kann nun auch die bereits ausgebuchte Bürgerfahrt der Sektion vom 11. bis 17. August ins Maltatal und zur Gießener Hütte wie geplant stattfinden. Organisator Klaus Ehgart hatte in den vergangenen Wochen bereits über ein Alternativprogramm nachgedacht, um den heimischen Bergfreunden den mühseligen Fußmarsch von 1000 auf 2200 m zu ersparen.

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