10. Juni 2011, 18:45 Uhr

»Gießener Kopf« für »Pionierin« Helge Pross

Gießen (mö). Durch ihre Kolumnen in der Frauenzeitschrift »Brigitte« wurde sie einem breiten Publikum bekannt, und in der Wissenschaft gilt sie als Pionierin der Frauen- und Geschlechterforschung.
10. Juni 2011, 18:45 Uhr
Ein Gießener Kopf würdigt das Lebenswerk von Prof. Helge Pross. (Foto: Schepp)

Am Freitag haben der Soroptimist International Club Gießen, die Stadt und die Universität die 1984 verstorbene Soziologin Prof. Helge Pross auf ganz besondere Art gewürdigt. Denn an die in Biebertal-Königsberg begrabene Wissenschaftlerin erinnert jetzt vor dem Neuen Schloss ein »Gießener Kopf«.

Zur Enthüllung des zwölften Gießener Kopfes hatte sich am Nachmittag eine illustre Runde am Brandplatz eingefunden. Neben den Soroptimistinnen mit ihrer Vorsitzenden Ingrid Naß-Herfurth an der Spitze waren unter anderem Uni-Präsident Prof. Joybrato Mukherjee, Kanzler Dr. Michael Breitbach, JLU-Archivarin Dr. Eva-Maria Felschow und der städtische Kulturamtsleiter Dr. Friedhelm Häring gekommen. Die Enthüllung nahm Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz im Beisein des Darmstädter Künstlers Thomas Burhenne vor, der die Bronzebüste gefertigt hatte. Leider nicht dabei sein konnte Clubmitglied Gerlinde de Carné, die das Geschenk der Soroptimistinnnen an die Stadt ermöglicht hatte, nämlich durch die Spenden, die sie sich zu ihrem Geburtstag gewünscht hatte.

OB Grabe-Bolz bezeichnete die Gießener Köpfe als eine »schöne Serie«, in die sich zuletzt auch einige Frauen als bedeutende Persönlichkeiten der Stadtgeschichte eingereiht hätten. Naß-Herfurth würdigte die wissenschaftlichen Pioniertaten von Helge Pross, die 1965 einen Ruf an die Justus-Liebig-Universität gefolgt war, an der sie bis 1976 forschte und lehrte. In zahlreichen Studien gelang es ihr, die strukturelle Benachteiligung von Frauen und Mädchen zu belegen. Aufgrund dieser bahnbrechenden Forschungen verleiht die Universität Siegen, wo sie bis zu ihrem Tod 1984 arbeitete, alle drei Jahre den Helge-Pross-Preis.

Der Köpfe-Standort vor dem Neuen Schloss ist bereits der fünfte in Gießen, wobei die Stele für eine zweite Büste schon steht. Wen sie tragen wird, ist noch unklar. »Wir haben da einige Ideen«, hieß es aus Reihen der Soroptimistinnen.



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