01. September 2019, 14:00 Uhr

Kleidung aus Holz

Gießener fertigen Mode aus Holz ohne Öko-Mief

Die THM-Studenten Fabian Schulz und Florian Kroiß haben ein eigenes Label gegründet. Sie wollen nachhaltige Kleidungsstücke aus Eukalyptusholz herstellen.
01. September 2019, 14:00 Uhr
Florian Kroiß und Fabian Schulz produzieren Shirts und Sweats auf Holzbasis. (Schepp)

»Ich fand es bisher schwer, nachhaltige Kleidung zu finden, die nicht laut ›Öko‹ schreit«, sagt Florian Kroiß. »Ich kann mir kaum vorstellen, nach dem Studium als Ingenieure zu arbeiten. Dafür bin ich zu kreativ veranlagt«, ergänzt Fabian Schulz. Deshalb wagen die beiden Gießener nun den Schritt in die Selbstständigkeit: Neben ihrem Studium an der Technischen Hochschule Mittelhessen wollen sie mit ihrer Firma »Breathing Planet« nachhaltige Mode aus Holz produzieren lassen und verkaufen.

»Wir kennen uns seit der ersten Klasse«, erzählen die 22-jährigen Freunde, die aus Karben stammen, im GAZ-Gespräch. Beide studieren Energiesystemtechnik, sind von der Aussicht auf den Alltag in diesem Beruf aber »nicht so begeistert«. So entstand die Idee eines eigenen Modelabels. Das wollen sie, betonen die Gründer, mit ihren Idealen verbinden, zumal »Slow Fashion« immer wichtiger werde. »Es gibt heute viele junge modebewusste Menschen, denen auch ökologische Verantwortung wichtig ist. Die Modebranche springt aber viel zu langsam auf diesen Zug auf.«

»Breathing Planet steht für eine gemeinsame grünere Zukunft, ohne dabei auf Style verzichten zu müssen«, werben sie für ihr Start-up. Sie wollen »Nachhaltigkeit alltagstauglich machen«. Das beginne mit der Produktion in Portugal. Als sie vor Ort die ersten Designs aussuchten, hätten sie sich überzeugt, dass die Mitarbeiter fair bezahlt und Umweltstandards beachtet werden. Kurze Transportwege seien ihnen ebenso wichtig wie ein »kleiner CO2-Fußabdruck«.

Unter dem Markennamen Tencel vertreibt ein österreichischer Hersteller seit 30 Jahren einen Stoff aus Zellulose-Regenerationsfaser, die aus Eukalyptusholz gewonnen wird. Dieser sei nicht nur »superweich« und temperaturausgleichend, sondern benötige beim Anbau auch deutlich weniger Wasser als Baumwolle. Der Herstellungsprozess gilt als weniger umweltbelastend als etwa bei der verwandten Viskose. Vorgesehen sei außerdem, dass »Breathing Planet« pro verkauftem Produkt durch die Organisation »Trees for the future« zehn Bäume in Zentralafrika pflanzen lässt.

Das hat seinen Preis. Nun hoffen die Gründer, dass sich beim »Crowdfunding« im Internet genug Unterstützer finden, die ein Teil im »Vorverkauf« erwerben. Vorgesehen ist zunächst ein Damen-Top, ein Herren-T-Shirt und ein Kapuzenpulli in einer dezenten Farbe. Insgesamt 1200 Teile wollen »Fabi« und »Flo« zunächst produzieren lassen. Wenn die dafür benötigten 35 000 Euro nicht zusammenkommen, bekomme jeder sein Geld zurück, versprechen sie. Doch sie blicken »optimistisch in die Zukunft« und haben sich viel vorgenommen. »Wir sind stets auf der Suche nach neuen, nachhaltigen Materialien und wollen zu 100 Prozent mit regenerativen Energien arbeiten. Auch die Kollektion wird nach und nach erweitert.«

Am »Crowdfunding« können sich alle Interessierten beteiligen per Vorbestellung im Internet unter www.breathing-planet.com.

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