02. Januar 2017, 19:14 Uhr

Gießener will Dieter Bohlen überzeugen

Gießen (fd). Es ist durchaus ein Wagnis: Ein Mann, er steht fest im Leben, hat Familie, betreibt eine Praxis, bewirbt sich bei einer Castingshow. Und dann sogar »Deutschland sucht den Superstar« mit Dieter Bohlen. Hier werden die Kandidaten nicht mit Samthandschuhen angefasst. Der Gießener Patrick Keil hat sich trotzdem entschieden: Er will es wagen. Am Mittwoch startet die neue Staffel. Am Samstag wird er in Folge zwei zu sehen sein.
02. Januar 2017, 19:14 Uhr
Patrick Keil singt am Samstag bei RTL den Song »Wir sind groß«. (RTL/Gregorowius)
Keil ist ein bekannter Kopf in der heimischen Musikszene: Mit seiner Band »Lebendig« trat er im vergangenen Sommer zur Prime-Time auf dem Stadtfest auf. Im wahren Leben betreibt der Physiotherapeut eine eigene Praxis in Kleinlinden. Warum nun also zu RTL? »Es gibt unglaublich viele Vorurteile gegenüber Castingshows. Aber die Erfahrung, vor einer erfahrenen Jury rund um Dieter Bohlen zu singen, wollte ich machen«, erklärt der Gießener. Seine Familie habe von Beginn an hinter der Idee gestanden. »Sie hätte mich wahrscheinlich sowieso nicht davon abbringen können«, sagt er mit einem Lachen.
Den Tag des Castings hat Keil noch gut in Erinnerung. »Am Morgen um 9 Uhr ging es los. Als erstes wurde ich verkabelt, ab diesem Zeitpunkt lief das Mikrofon.« Die Krux: Bis zum eigentlichen Auftritt von Dieter Bohlen und Co. waren es noch drei Stunden. Entsprechend wurde jedes Wort, das der Gießener im Warteraum mit seiner Frau wechselte, aufgezeichnet. »Da muss man schon aufpassen, dass man sich beherrscht, wenn ein Freak in die Wartehalle kommt«, verrät er. »Aber einen entsprechenden Vertrag, in dem genau das klar formuliert ist, hat jeder Kandidat unterschrieben. RTL spielt mit offenen Karten.«
Vor dem eigentlichen Auftritt gilt es für die Teilnehmer, eine Art Joker zu wählen. Hintergrund: Ist sich die vierköpfige Jury nicht einig, ob ein Musiker in die nächste Runde gelassen werden soll, entscheidet jener Experte, der vor dem Auftritt vom Kandidaten selbst gewählt wurde. Keil schwankte zwischen Dieter Bohlen und Shirin David, entschied sich letztlich für zweitere. Einige der Videos der 21-Jährigen über Mode und Alltagsproblemchen werden auf Youtube über sechs Millionen Mal geklickt. Zum Vergleich: Eine Abendprogramm-Produktion im ZDF erreicht im Durchschnitt ähnlich viele Zuschauer. »Ich habe gedacht, mit ein bisschen Augenkontakt könnte ich bei einer jungen Frau mehr bewirken als bei Dieter Bohlen, Shirin David ist cool«, erklärt Keil seine Wahl mit einem Grinsen.
Ob der Physiotherapeut den Joker nötig hatte, wie er mit seiner Interpretation von Mark Forsters »Wir sind groß« ankam? Das darf er nicht verraten. Nur so viel: »Ich schaue mir die Sendung entspannt an. Allerdings weiß man nie, was im Endeffekt draus gemacht wird.« So bleibt »Deutschland sucht den Superstar« ein Wagnis.

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