20. August 2019, 21:47 Uhr

Grünes Licht für 42 Wohnungen

20. August 2019, 21:47 Uhr

Wenn ein Bauprojekt in einem kleinen Ort wie Allendorf derart umstritten ist wie die Wohnanlage am Kleefeld, dann bleibt es natürlich nicht unbemerkt, wenn sich dort ein Baufahrzeug bewegt. So wie am Montag, als ein Bagger im Bereich des Bolzplatzes kleinere Erdarbeiten ausführte. »Es geht los«, schallte es sogleich aus den sozialen Netzwerken.

Losgegangen ist es tatsächlich, bestätigt Investor Daniel Beitlich. Aber nicht mit den eigentlichen Arbeiten. »Es ging um eine Baugrunduntersuchung«, erklärt der Geschäftsführer der Revikon GmbH, der selbst im Stadtteil Allendorf lebt. Wann die eigentlichen Bauarbeiten beginnen werden, ist aber nur eine Frage der Zeit. Bereits im Juni hat die Stadt grünes Licht für die Errichtung von 42 Wohnungen am südlichen Siedlungsrand gegeben. »Die Baugenehmigung wurde erteilt«, bestätigt Magistratssprecherin Claudia Boje. Einen Widerspruch gegen diese Behördenentscheidung gibt es entgegen anderslautender Gerüchte laut der städtischen Pressesprecherin nicht.

Geplant sind fünf Gebäude, davon eines mit zwölf Wohneinheiten für den Sozialen Wohnungsbau. Hinzu kommen drei barrierefreie Häuser mit jeweils zehn Eigentumswohnungen sowie ein Gemeinschaftshaus für die Bewohner und 60 Stellplätze. Der Spiel- und Bolzplatz, der durch die Baugrunduntersuchung in Mitleidenschaft gezogen wurde, soll von seiner derzeitigen Position Richtung Untergasse verschoben werden. Erschlossen werden soll das Gebiet über die Straße Aubach.

Gegen das vom Ortsbeirat und Ortsvorsteher Thomas Euler forcierte Projekt, das anfänglich als reines Seniorenwohnen konzipiert war, regte sich vor einem Jahr Widerstand. Es bildete sich eine »Initiative Allendorf«, die im Ort Unterschriften gegen das Bauvorhaben sammelte und von einer »massiven Nachverdichtung« spricht. Kritisiert wird ferner, dass die Gebäude im Überschwemmungsgebiet des Kleebachs entstehen sollen, eine innerdörfliche Grünfläche überbaut und den Kindern Platz für »sicheres Spielen und Bolzen« genommen werde.

Politisch Einfluss nehmen konnte die Initiative nicht. Da sich die geplante Bebauung an die in der Aubach anschließt, musste kein Bebauungsplan aufgelegt werden, den das Stadtparlament hätte beschließen müssen. Den im Februar eingereichten Bauantrag hat die Stadt nun genehmigt.

Noch kein Bauantrag für Krautgärten

Während der teilweise heftige Streit um die Bebauung im Kleefeld in der ansonsten eher harmonischen Dorfgemeinschaft Spuren hinterließ, ist die Entwicklung, die sich direkt in der Nachbarschaft abzeichnet, bislang kaum ein Thema in Allendorf. Die Rede ist vom Gelände der seit Jahresende 2018 leerstehenden Gärtnerei am Teilgärtenweg. Seit geraumer Zeit hängen dort Schilder mit der Aufschrift »Betreten der Baustelle verboten«. Auch zwischen dem Teilgärtenweg und den Krautgärten sollen wohl Wohnhäuser errichtet werden, im vergangenen Januar wurde ins Handelsregister eine Wohnquartier Allendorf Krautgärten GmbH&Co. KG eingetragen, die ihren Sitz in Linden hat. Der Stadt liegt für dieses Grundstück bislang kein Bauantrag vor. Im März hatte der Ortsbeirat den Magistrat mit Hinweis auf den Eintrag im Handelsregister gebeten, über ein mögliches Bauvorhaben in diesem Bereich zu informieren, da der Teilgärtenweg auf dem Schulweg liegt. »Wir haben bislang keine Antwort des Magistrats«, sagte Ortsvorsteher Euler am Dienstag.

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