08. Mai 2008, 23:40 Uhr

Grünes Licht für die Landesgartenschau 2014

Gießen (ta). »Ich bitte um begeisterte und leidenschaftliche Zustimmung«, appellierte Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich gestern Abend an die Gießener Stadtverordneten nach der Begründung einer Magistratsvorlage. Jubel brach in der kurzen Ausssprache im Kleinen Saal der Kongresshalle dann zwar nicht aus, aber am Ende stand doch ein einstimmiges Votum des Parlaments: Gießen soll die Entscheidung der Landesregierung aus dem März annehmen und die Landesgartenschau 2014 ausrichten.
08. Mai 2008, 23:40 Uhr

Gießen (ta). »Ich bitte um begeisterte und leidenschaftliche Zustimmung«, appellierte Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich gestern Abend an die Gießener Stadtverordneten nach der Begründung einer Magistratsvorlage. Jubel brach in der kurzen Ausssprache im Kleinen Saal der Kongresshalle dann zwar nicht aus, aber am Ende stand doch ein einstimmiges Votum des Parlaments: Gießen soll die Entscheidung der Landesregierung aus dem März annehmen und die Landesgartenschau 2014 ausrichten. Im nächsten Schritt wird es noch in diesem Jahr einen Wettbewerb unter Federführung von Landschaftsarchitekten und Städteplanern geben, in dem die Detailplanungen für die Invesititonen festgezurrt werden. Auf dieser Grundlage soll dann das Finanzierungsprogramm für die kommenden Jahre festgelegt werden.

Die SPD-Fraktion möchte aber nicht so lange warten und beantragte, die »robusten Zahlen« des Investitionsprogramms bereits in den Haushaltsplan 2009 einzustellen. Dieses Verlangen stieß in den anderen Fraktionen auf Unverständnis; nur die halbe Linke-Fraktion schloss sich an. Verabschiedet wurde stattdessen der Auftrag an den Magistrat, den Kostenplan bis zum dritten Quartal 2009 vorzulegen.

Weigel-Greilich erinnerte an den Bewerbungsprospekt mit dem »Lauten Ja der Bevölkerung« aus dem vergangenen Herbst und daran, dass sich viele Gießener Institutionen für die Ausrichtung der Landesgartenschau stark gemacht hätten. Nun gelte es , eine Aufbruchstimmung zu erzeugen mit dem Ziel, die Potenziale der Stadt erkennbar und erlebbar zu machen. Der Erfolg der Großveranstaltung werde stark davon abhängen, wie sich die Entscheidungsträger dazu stellen, bat die Bürgermeisterin die Abgeordneten, auf kleinliches Gezänk zu verzichten.

Alle Fraktionssprecher begrüßten den Zuschlag. »Das ist eine riesengroße Chance für Gießen, sein Entwicklungspotenzial auch über 2014 hinaus zu nutzen«, meinte Klaus Peter Möller (CDU), der »ein Gesamtkunstwerk über die ganze Stadt« erwartet und die »nachhaltigen Investitionen« begrüßt. »Gießen kann nie grün genug sein«, freute sich Dr. Wolfgang Deetjen (Grüne), der damit rechnet, dass die Schau den ökologischen Standards »mindestens gerecht wird«. Er freue sich besonders auf die Steigerung der Lebensqualität der Stadt. »Es tut der Stadt Gießen sehr gut, dass sie den Zuschlag bekommen hat«, versicherte Harald Scherer für die FDP.

Von einer »Aufwertung dieser Stadt« sprach auch Michael Beltz (Linke), der zugleich bemängelte, dass die Stadt bei freiwilligen Sozialleistungen »sehr knauserig« sei. »Wir dürfen die Stadt nicht weiter finanziell ruinieren«, begründete Finanzexperte Burkhard Schirmer das SPD-Drängen auf einen Kostenplan noch in diesem Jahr. »Man kann doch nicht ins Blaue hinein mit Zahlen spekulieren, wenn noch keine Fakten vorliegen«, rügte Johannes Zippel (Freie Wähler) den SPD-Änderungsantrag.

Wie bereits mehrfach berichtet, sieht das Konzept für die Landesgartenschau zwei Kernzonen vor: Im Naherholungsgebiet Wieseckaue/Schwanenteich sollen Themengärten angelegt und Kleingartenanlagen geschaffen werden, im Bereich um Schlachthof und Hessenhallen sind die klassischen gärtnerischen Leistungsschauen vorgesehen. Zudem sollen die hinter dem Bahndamm verborgene Lahn und die Wieseck stärker in das Stadtleben integriert werden.

Der Magistrat erwartet ein Betriebsdefizit von 2,6 Millionen Euro, wobei er mit 700 000 Besuchern kalkuliert. Die Gesamtkosten werden auf 20 Millionen Euro geschätzt, von denen ein erheblicher Teil durch Investitionszuschüsse des Landes gedeckt würde. Für den Gestaltungswettbewerb stellen die Stadtverordneten gestern 100 000 Euro im Etat 2008 bereit.

Über die weiteren Parlamentsentscheidungen berichtet die AZ in der Samstag-Ausgabe.



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