15. Oktober 2019, 22:02 Uhr

Heftigen Aufprall simuliert

15. Oktober 2019, 22:02 Uhr
Das Wildschwein-Dummy wird in Stellung gebracht. (Foto: hin)

»Hier muss etwas passiert sein«, meinte ein Familienvater beim Anblick der vielen Rettungsfahrzeuge auf dem Schiffenberg. Tatsächlich war etwas passiert, aber nur zum Schein. Um Wildunfälle zu vermeiden, hatten Rettungsdienste, Polizei, ADAC und Landesjagdverband zu einem Aktionstag eingeladen. Die Bläsergruppe des Jagdvereins »Hubertus« stimmte die Besucher auf die Schauübung ein. Das Medienaufgebot war gewaltig. Vor lauter Kameras war manchmal gar nichts vom eigentlichen Geschehen zu sehen, beklagten sich Zuschauer. Info-Stände und ein Fahrsimulator boten Verhaltensregeln rund ums Thema Wildunfall. Außerdem konnten die Besucher die Sicherheit ihres Fahrzeugs überprüfen lassen.

Geschwindigkeit zu reduzieren, ist das oberste Gebot, um Wildunfälle zu vermeiden. »Fahren Sie 80 statt 100!«, riet Polizeihauptkommissar Guido Rehr. Alle 90 Minuten passiert ein Wildunfall. Ein Fünftel aller Unfälle sind Wildunfälle. 2018 summierte sich dies zu mehr als 5400 Unfällen im Bereich des Polizeipräsidiums Mittelhessen, berichtete Rehr. Jetzt beginnt die Jahreszeit mit Nässe, Glätte und Dunkelheit. Da ist besondere Vorsicht geboten. Im Fall des Falles gilt: Lenkrad gut festhalten, voll bremsen, abblenden, hupen und vor allem: Nicht ausweichen! Ein Ausweichmanöver könnte schlimmere Folgen haben, als der Zusammenprall mit einem Tier, berichtete der Polizeibeamte.

Wie heftig ein solcher Aufprall sein kann, verdeutlichte die Schauübung mit einem eigens präparierten Wildschwein-Dummy. 120 Kilo hätte es auf die Waage gebracht. Stuntfahrer Stephan Schnabel war gut vorbereitet, um den Zusammenstoß ohne Schaden zu überstehen. Feuerwehr und Rettungskräfte demonstrierten die Bergung des Unfallfahrers, wobei eine hydraulische Rettungsschere zum Einsatz kam. Im Ernstfall darf das höchstens 20 Minuten dauern, berichtete Björn Kohlhaussen, Ausbildungsleiter beim Johanniter-Rettungsdienst. Nach Versorgung des Unfallopfers muss auch dem verletzten Tier noch Aufmerksamkeit gewidmet werden, betonte Dieter Mackenrodt, Vorsitzender des Jagdvereins »Hubertus« und Präsidiumsmitglied im Landesjagdverband Hessen. Er forderte dazu auf, den Unfallort zu markieren. Auch die Fluchtrichtung des angefahrenen Tieres sollte festgehalten werden, um die Nachsuche zu ermöglichen. Der Kontakt zu den Jagdausübungsberechtigten erfolgt über die Polizei.

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