23. November 2017, 20:31 Uhr

Historische Fakten statt Zahlen

23. November 2017, 20:31 Uhr
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Aus der Redaktion
Jörg Olbrich am Stand des acabus Verlags bei der Frankfurter Buchmesse. (Foto: pm)

Gießen (pm). Jörg Olbricht hat als Leiter des Rechnungswesens im St.-Josefs-Krankenhaus den ganzen Tag mit Zahlen zu tun. In seiner Freizeit ist er nicht nur Wehrführer in seinem Wohnort Schöffengrund-Laufdorf, sondern schreibt auch. Im Oktober hat er seinen neuen historischen Roman »Der Winterkönig« veröffentlicht, in dem er Geschichten aus dem Dreißigjährigen Krieg erzählt.

»Ich habe schon als Kind sehr gerne und viel gelesen, allerdings erst recht spät mit dem Schreiben begonnen«, erzählt der Vierfachvater. Seine Kurzgeschichte »Herz aus Stein« wurde 2008 in der Kategorie »Beste deutschsprachige Kurzgeschichte« mit dem deutschen Phantastik-Preis ausgezeichnet. 2010 belegte sein Roman »Das Erbe des Antipatros« dort in der Kategorie »Bestes Romandebüt, national« den dritten Platz.

In seinem aktuellen Roman erzählt Olbrich die fiktive Geschichte des Sekretärs Philipp Fabricius aus dem Dreißigjährigen Krieg, der den Kaiser in Wien über die protestantischen Aufstände informieren will und ins Visier der gegnerischen Parteien gerät. Währenddessen tritt in Pilsen der Schmied Hermann den kaiserlichen Truppen bei. Als Söldner in Tillys Armee begeht und erleidet er die Schrecken des Krieges. Die Chronik eines jungen Schreibers in Wien dokumentiert die Gräuel. Olbrichs Roman überzeugt mit historischen Fakten und einer spannungsgeladenen Entwicklung.

Der Dreißigjährige Krieg war einer der verheerendsten Kriege in der europäischen Geschichte. Als sein Auslöser gilt der sogenannte Zweite Prager Fenstersturz. Vor fast 400 Jahren, am 23. Mai 1618, warfen Vertreter der protestantischen Stände zwei königliche Statthalter und deren Sekretär aus einem Fenster der Prager Burg. Wie durch ein Wunder überlebten alle drei den Sturz aus etwa 17 Meter Höhe. Mit diesem Aufstand erhoben sich die Protestanten, die die Einhaltung der versprochenen Religionsfreiheit forderten, gegen den böhmischen König Ferdinand und den Kaiser des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nationen.

Die Ereignisse um den Prager Fenstersturz bilden auch den Beginn von Olbrichs sechsteiliger Romanreihe über den Dreißigjährigen Krieg. Der erste Band »Der Winterkönig – Geschichten des Dreißigjährigen Kriegs« ist im Oktober im Hamburger acabus Verlag erschienen, der zweite Band soll im September nächsten Jahres folgen.

Jörg Olbrich, Der Winterkönig, Verlag: Acabus Verlag Hamburg, Paperback 468 Seiten: 16 Euro, ISBN: 3862825280, eBook: 7,99 Euro



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