21. Juli 2015, 15:53 Uhr

Ist der »Lahnbahnhof« machbar?

Die Stadt holt Gutachten für einen großen Fernbus-Haltepunkt auf Westseite des Bahnhofs ein. Von der Studie verspricht sich Planungsdezernentin Gerda Weigel-Greilich auch erste Antworten auf einige offene Fragen, wie die Finanzierung.
21. Juli 2015, 15:53 Uhr
Am Güterbahnhof entstehen derzeit die ersten Wohngebäude des neuen Baugebiets »Zu den Lahnwiesen«. (Foto: Oliver Schepp)

Gießen (mö). Ein Westeingang zum Bahnhof mit Halle und Vorplatz, ein großer »Europabusbahnhof«, ein Taxistand, eine Fahrradstation, ein Kiss-and-Ride-Haltepunkt für den Pkw-Verkehr und ein Hotel- oder Bürohochhaus. Das war 2009 das visionäre Sahnehäubchen auf der städtischen Planung für den Umbau des Bahnhofsvorplatzes. Ein zentrales Projekt dieser Vision hat die Stadt nun ins Visier genommen und soeben eine Machbarkeitsstudie für den damals auch als »Lahnbahnhof« bezeichneten Fernbusbahnhof an der Lahnstraße ausgelobt.

Bis Ende der Woche können Planer- und Architekturbüros ihre Vorstellungen zu dem Bushaltepunkt auf der Rückseite des Bahnhofs beim Stadtplanungsamt einreichen. Neben einem Planungskonzept sollen die Bewerber eine Umsetzungsstrategie mit Kostenschätzung und Flächenaufteilung vorlegen. Anfang September will die Stadt den Zuschlag erteilen und erwartet bis November die Ergebnisse.

Durchbruch müsste kommen

Planungsdezernentin Gerda Weigel-Greilich (Grüne) verspricht sich von der Machbarkeitsstudie erste Antworten auf »ganz viele offene Fragen«. Eine der »Unwägbarkeiten« ist die Finanzierung, denn anders als am Vorplatz wird die Stadt den Fernbusbahnhof nicht bauen, zumindest nicht ohne weitgehende Beteiligung der Busunternehmen sowie von Land und Bund. Diesbezüglich sieht Weigel-Greilich den Bund in der Pflicht, die Infrastruktur für die wachsende Branche des Fernbusverkehrs herzustellen. Der verfügt in Gießen an der Automeile und in der Liebigstraße zwar über Haltestellen, aber die sind Provisorien.

Weigel-Greilich schielt auf das neue Investitionsprogramm des Bundes für finanzschwache Kommunen, aus dem zwischen 2016 und 2018 3,5 Milliarden Euro fließen sollen. Will die Stadt Gießen in den Genuss von Geld aus diesem Sondervermögen kommen, müsste sie den Fernbusbahnhof aber bald planen. Eine Grundvoraussetzung für das Projekt ist zudem die Zustimmung der Bahn für eine Verlängerung der Gleisunterführung. Den dazu nötigen Durchbruch gab es bekanntlich bereits, als die Unterführung vor sechs Jahren saniert wurde, aber das Loch wurde von der Bahn wieder verschlossen. Einig werden muss sich die Stadt zudem mit den Eigentümern des Güterbahnhofareals, die mit dem Bau von Wohnhäusern begonnen haben. Auch sie haben weitergehende Pläne für die Westseite des Bahnhofs, wo neben den Wohngebäuden ein zweites Parkhaus, Büros, Gastronomie und eben auch der Busbahnhof entstehen könnte. Das alles hat die Stadt vor einigen Monaten in eine Rahmenplanung für das gesamte Bahnhofsgebiet einfließen lassen. Wie realistisch das ist, darauf wird die Machbarkeitsstudie nun bis zum Jahresende eine Antwort geben.

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