06. Juni 2018, 22:07 Uhr

Jeden Tag ein Erfolgserlebnis

06. Juni 2018, 22:07 Uhr
Mit dem »Fröbel-Kran« Holzklötze anheben: Das ist eine Herausforderung für die Jugendwerkstatt-Besucher. (Foto: kw)

Etliche Firmen werben um Auszubildende, legen kaum noch Wert auf gute Schulnoten, versprechen Handys und Nachhilfeunterricht. Trotzdem gibt es nach wie vor junge Menschen, die auf dem Weg in den ersten Arbeitsmarkt straucheln. »Sie haben zum Beispiel familiäre Probleme oder psychische Erkrankungen«, weiß Alexandra Rinn von der Jugendwerkstatt Gießen. »Das ist nicht weniger geworden.« Manchen Teilnehmern gelinge dank Zeit und behutsamer Förderung der Sprung in die reguläre Berufswelt. Und auch für andere »haben wir als Gesellschaft Verantwortung«, findet Heinrich Magel, Anleiter in der Holzwerkstatt des Beschäftigungsträgers.

Die 50 hauptamtlichen Jugendwerkstatt-Mitarbeiter betreuen rund 200 Klienten – vom Teenager bis zum älteren Langzeitarbeitslosen. 50 Ehrenamtliche unterstützen die Arbeit. Am Mittwoch hatte der von der evangelischen Kirche getragene Verein zum »Tag der offenen Tür« eingeladen. Zu Gast waren vor allem Klassen aus beruflichen Schulen, deren Absolventen erfuhren, welche Unterstützung sie bekommen können, um beispielsweise den Hauptschulabschluss oder eine Lehre zu schaffen.

Anlass war der bundesweite Aktionstag der »Produktionsschulen«. Diesen Namen trägt die Jugendwerkstatt zwar nicht, »aber wir arbeiten schon lange nach demselben Prinzip«, erklärt Alexandra Rinn. Jugendliche lernen dabei an überschaubaren, alltagsnahen Projekten.

»Meine Aufgabe ist es, dass jeder am Feierabend mit einem Erfolgserlebnis rausgeht«, umschreibt Heinrich Magel den Ansatz. »Nur dann ist er motiviert und kommt am nächsten Tag auch wieder.«

Beschäftigungsträger weiterhin nötig

Beim Tag der offenen Tür liegt entsprechend ein Schwerpunkt auf dem praktischen Ausprobieren. Roger erklärt einem Schüler den richtigen Umgang mit der Säge: »Keinen Druck ausüben. Stabil stehen, ein bisschen wie beim Boxen. Die Länge ausnutzen.« Flugs frisst sich das Werkzeug in den eingespannten Holzblock. Gemeinsame Feinarbeit ist gefragt beim »Fröbel-Kran«. Und in der Kreativabteilung schätzen die Gäste, wie viele Knöpfe in ein Einmachglas passen.

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