04. Juni 2019, 22:21 Uhr

Junge Köpfe mit zündenden Ideen

04. Juni 2019, 22:21 Uhr
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Von Laura Wagenbach
Schülerin Aylin Hisir erklärt Museumsdirektor Albrecht Beutelspacher, wie sich ihre »Titanic 2« fortbewegt. (Foto: lwg)

Wie wirkt sich die Zentrifugalkraft aus, was besagt eigentlich Newtons Trägheitsgesetz, und wer fängt die meisten Gummibärchen mit dem selbstgebauten Katapult - Schüler der Jahrgangsstufen 8 bis 10 planten im Rahmen von »MINT: Die Stars von Morgen« eigene Projekte und hatten drei Monate Zeit zum Experimentieren. Die naturwissenschaftlichen Exponate luden am Montagabend bei der Präsentationsveranstaltung im Mathematikum zum Selbstausprobieren ein. »Die hessische Wirtschaft braucht dringend junge Leute im MINT-Bereich«, sagte Projektleiter Manfred Mahler vom Veranstalter Provadis. Umso mehr freue man sich, dass unter den 14 Schülern dieses Mal gleich elf Mädchen vertreten waren.

»Bei meinem Projekt spielte Umweltfreundlichkeit eine große Rolle«, erklärte Aylin Hisir. Die 15-jährige Schülerin der Liebigschule hatte im Fernsehen eine Reportage über Kreuzfahrtschiffe und deren enormen Abgasausstoß gesehen und kam so auf die Idee für ihr Projekt. Mithilfe von zwei Solarzellen werden die Propeller der »Titanic 2« angetrieben. Ganz ohne den Einsatz von Erdöl setzte sich das Schiff dann in Bewegung und folgt dem künstlichen Sonnenlicht. Im Gegensatz zum Original gehe ihre »Titanic« aber bestimmt nicht unter, versicherte Museumsdirektor Albrecht Beutelspacher. Das Projekt - und da Chemie ohnehin Aylins Lieblingsfach ist - hat sie in ihrem Wunsch bestärkt, ein naturwissenschaftliches Fach zu studieren.

Nach einem ähnlichen Prinzip funktionieren auch »Gisela« und »Herbert«. Sie sind ein genauso unzertrennliches Paar wie die beiden Forscherinnen Anna Geller (Ricarda-Huch-Schule) und Viola Stauch (Gymnasium Nidda) geworden. Beim Besuch des Frankfurter Mitmach-Museums Experiminta war die 14-jährige Anna von einem vergleichbaren Exponat fasziniert und wurde zugleich inspiriert. Je nachdem, welcher der zwei lichtempfindlichen Sensoren an der Vorderseite beleuchtet wurde, folgte das kleine Fahrzeug. »Die Platine habe ich selbst gelötet«, sagte Anna stolz und deutete auf die vielen Kabel, die hineinführten. »Seit dem Projekt macht mir der Physikunterricht noch mehr Spaß als vorher.«

Praxisnahe Einblicke

Mitarbeiter des Mathematikums unterstützen beim Bau und der Präsentation vor Publikum. Daneben stand auch der Workshop »Neue Technologien« auf dem Stundenplan. Dort wurde den Schülern neben Solartechnik, Wind- und Wasserkraft auch der Leichtbau anhand eines Fallbeispiels nähergebracht. Sie erhielten außerdem Einblicke in die Vielfalt der MINT-Berufe, wie dem des Informatikers oder Elektrotechnikers.



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