15. März 2019, 22:12 Uhr

Kakerlaken in der Stadtbibliothek

15. März 2019, 22:12 Uhr
Christian Tielmann kennt sich mit Geschichten für die jungen Leser aus. (Foto: gl)

Christian Tielmann hat beruflich noch nie etwas anderes gemacht als zu lesen und zu schreiben. Und das hat sich offenbar bezahlt gemacht. Rund 80 Bücher für Kinder und ein paar auch für Jugendliche hat der 47-Jährige bislang in unterschiedlichen Verlagen veröffentlicht. Sie wurden in mehr als 24 Sprachen übersetzt. Es gibt wohl nur wenige Kinderzimmer, in denen seine Büchlein mit den Abenteuern des kleinen Max noch nicht vorgelesen worden sind. Für die etwas Älteren erzählt er vom Leben mit Zombies und Kürbisbomben oder verknallten Hirnlosen und knallenden Klos. Am Freitag war er nun in der Stadtbibliothek zu Gast und las vor rund 100 Kindern und ihren Eltern aus seinem neuesten Buch »Die Kakerlakenbande. Applaus für die Laus«, geeignet für Kinder ab sechs Jahre. Die Zeichnungen von Nikolai Renger gab es ebenfalls dazu zu sehen.

Doch Tielmann erwies sich nicht nur als Autor, der die Sprache der Kinder versteht, sondern auch als genialer Vorleser und Entertainer. Er plauderte von seinen Auftritten vor Schulklassen, erzählte von seiner Tochter und dem pubertierenden Sohn bei sich zu Hause und hatte mit kleinen Witzchen sofort die Aufmerksamkeit seiner jungen Zuhörer, die sich vor ihm auf den bunten Kissen der Stadtbibliothek lümmelten.

Was sie dann zu hören bekamen, war aber auch wirklich spannend. Denn in Tielmanns neuem Buch ist Kakerlak Karate verzweifelt: Plötzlich ist sein paradiesisches Leben auf einem alten Dachboden vorbei. Eine Menschenfamilie im Putzwahn will sein gemütlich-müffeliges Puppenhaus entsorgen und vertreibt ihn in den Garten. In der Wildnis schließt der kleine Kakerlak zum Glück aber schnell Freundschaft mit zwei weiteren Vertriebenen: dem fröhlichen Floh Sprungbein und der verträumten Kopflaus Liane. Die drei sind fest entschlossen, ihre Heimat zurückzuerobern und hecken einen Plan aus. Eine weise Schnecke und ein Läusepups an der richtigen Stelle spielen dabei eine entscheidende Rolle.

Zur Veranstaltung eingeladen hatte das Literarische Zentrum im Kooperation mit der Stadtbibliothek und dem Verein Mentor Die Leselernhelfer.

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