03. Juni 2019, 22:12 Uhr

Klassenfahrt vor der Haustüre

03. Juni 2019, 22:12 Uhr
Auch in den Botanischen Garten führt es die Grundschüler. (Foto: Schepp)

Die Viertklässler der Ludwig-Uhland-Schule lernen ihre Heimatstadt gerade aus einem neuen Blickwinkel kennen. Drei Tage lang haben sich die Jungen und Mädchen zusammen mit ihren Klassenlehrern in der Jugendherberge im Unteren Hardthof einquartiert. Eine Gießener Schule macht Klassenfahrt in Gießen? Keine Busreise in die Region? Keine abenteuerliche Zeit fernab von Zuhause? Sind die Schüler nicht enttäuscht? »Nein«, sagt Klassenlehrerin Anke Fink. »Im Gegenteil.«

Dazu muss man wissen, dass die Grundschüler in den letzten Jahren bereits zwei klassische Klassenfahrten unternommen hatten. Einige waren zum Beispiel in Dornholzhausen, andere haben auf einem Bauernhof übernachtet. »Wir hatten in der vierten Klasse gar keine Fahrt mehr geplant. Nicht zuletzt, da wir die Eltern finanziell nicht so belasten wollten«, sagt Fink. Doch damit hätten sich die Schüler nicht anfreunden wollen. »Am Ende des Schuljahres werden sie auf weiterführende Schulen gehen, viele Wege trennen sich dann. Daher wollten sie noch einmal etwas Besonderes zusammen machen«, erzählt die Klassenlehrerin. Vorschläge wie zum Beispiel eine Übernachtung in der Schule oder gemeinschaftliches Zelten seien bei den Lehrern aber nicht so gut angekommen. Schlussendlich sei die Idee mit der Jugendherberge in Gießen aufgekommen. Damit konnten sich auch die Lehrer anfreunden, wie Fink betont. »In der vierten Klasse sind Hessen und Gießen Schwerpunktthemen des Unterrichts. Daher passt das hervorragend.« Die Kinder hätten bei Verkündung des »Reiseziels« gejubelt, fügt die Klassenlehrerin an, und auch die Eltern seien angetan gewesen. »Zumindest haben wir nur positive Rückmeldungen erhalten.« Wie es der Zufall wollte, waren im Unteren Hardthof genau 87 Betten frei, sodas alle 83 Schüler und vier Lehrer unterkommen konnten. »Bingo«, kommentiert Fink die glückliche Fügung. Am Montag startete die Klassenfahrt, wobei dieser Begriff nicht ganz passt. Denn die Schüler streiften sich ihre Rucksäcke über und marschierten zu ihrem Domizil.

Bis zum morgigen Mittwoch lernen die Schüler ihre Heimatstadt nun ein bisschen besser kennen. Auf dem Plan stehen unter anderem eine Führung durch das Rathaus, ein Besuch des Botanischen Gartens sowie Besichtigungen des Wallenfels’schen Hauses und der Johanneskirche. Dazu werden die Schüler kleine Referate über die Historie und Bedeutung der Bauwerke halten, verrät Fink. Aber auch der Spaß soll nicht zu kurz kommen. So können die Kinder abends an der Jugendherberge beispielsweise Fußball spielen. »Es ist unwahrscheinlich schön hier oben, sehr idyllisch«, sagt Klassenlehrerin Fink. Und fügt an, dass es sowohl für die Schüler als auch die Lehrer eine Premiere sei, dort oben zu nächtigen.

Es sind also nicht nur die Kinder, die in diesen Tagen ihre Heimatstadt aus einem neuen Blickwinkel entdecken.

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