27. Dezember 2013, 16:48 Uhr

Konzert zugunsten der Bonifatius-Orgel

Ein schönes Weihnachtskonzert bescherten das Devienne-Ensemble, Trompeter Simon Höfele, Sopranistin Nina Radvan sowie Kantor Ralf Stiewe den zahlreichen Besuchern in der Bonifatiuskirche. Der Erlös kommt der neuen Orgel zugute.
27. Dezember 2013, 16:48 Uhr
Horst Willand, Elena Tsaur, Kanghao Feng und Tiberiu Idvorean (von links) spielen in der Bonifatiuskirche »Crisantemi« von Giacomo Puccini. (Foto: jou)

Diese soll laut Wolfgang Schreier, Vorsitzender des Förderkreises, spätestens in drei Jahren zum ersten Mal erklingen. Mittlerweile wurden über 400 000 Euro gesammelt.

Dass es ein niveauvolles Konzert werden würde, ließ schon das Flötenquartett D-Dur KV 285 von Wolfgang Amadeus Mozart erahnen. Von den ersten Takten an machten sich im festlich geschmückten Gotteshaus optimistische Klänge breit in der feinen, transparenten Interpretation des unter anderem von Mitgliedern des Staatstheaters Darmstadt gebildeten Ensembles. Sabine Willand (Flöte), Horst Willand (Violine), Tiberiu Idvorean (Viola) und Kanghao Feng (Cello) gefielen beim Allegro-Kopfsatz durch frische, im formalen Aufbau anschauliche Musizierweise, achteten zudem auf nuancierte Tonstärke. Über luftigen Streicherpizzicati entfaltete sich im Adagio eine mit langem Atem gespielte, herzergreifend schwermütige Flötenmelodie. Wunderbar, wie schattierungsreich die Flötistin das Vibrato gestaltete. Dazu kontrastierte das vitale, virtuos-leicht dargebotene Rondo-Finale.

Nina Radvan erwies sich bei der Arie »Lascia ch’io pianga« von Georg Friedrich Händel als sensible Sopranistin mit edlem Timbre; beeindruckend ihre Liebe zum Detail und ihr tief empfundener Ausdruck. Damit dürfte sie nicht nur Opernfans angesprochen haben.

Ebenso bezauberte die Sinfonia h-Moll für Flöte und Streicher aus der Kantate »Non sa che sia dolore« von Johann Sebastian Bach, so flüssig und elegant artikulierte das Ensemble in dem raschen Satz.

Der inneren Sammlung dienten zwei religiös inspirierte Meditationen aus dem Zyklus »Die Geburt des Herrn« des französischen Komponisten Olivier Messiaen. Erstere spielte Ralf Stiewe auf einem Harmonium, dies unterstrich die intimen Züge. Demgegenüber passte zum klangstärkeren Charakter der zweiten Meditation die englische Orgel mit ihrer warmen Brillanz. Wenn Schreier bei seiner Begrüßung anmerkte, es gebe kaum ein besseres Mittel gegen die alltägliche Ruhelosigkeit, als sich auf Weihnachten einzulassen, förderten dies besonders diese beiden Stücke.

Anschließend vermochte Solist Simon Höfele beim Trompetenkonzert D-Dur von Johann Friedrich zu begeistern. Herrlich kantabel gelang ihm die besinnliche Melodie im Largo. Die Streicher bildeten eine wohldosierte, klanglich eher schlanke Begleitung. Gabriel Urbain Faurés Stück »Après un
rêve« aus op. 7, bearbeitet für Flöte und Streichquartett, regte in der friedvollen, weitläufigen Interpretation dazu an, die Gedanken schweifen zu lassen. Zu einem weiteren Glanzlicht geriet die Arie »Caro mio ben« von Tommaso Giordani durch die leidenschaftliche Hingabe der Sängerin. Gefühlsgeladenheit verströmte auch das Stück »Crisantemi« für Streichquartett von Giacomo Puccini. Das Konzert klang mit dem Choral »Ach, mein herzliebes Jesulein« aus Bachs »Weihnachtsoratorium« aus. Lang anhaltender Beifall. Sascha Jouini

Schlagworte in diesem Artikel

  • D-Dur
  • Flöte
  • Georg Friedrich
  • Georg Friedrich Händel
  • Giacomo Puccini
  • Johann Friedrich
  • Johann Sebastian Bach
  • Kantoren
  • Olivier Messiaen
  • Orgel
  • Sebastian Bach
  • Sopranistinnen
  • Staatstheater Darmstadt
  • Streichquartette
  • Trompeter
  • Weihnachtskonzerte
  • Wolfgang Amadeus Mozart
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen