14. November 2019, 22:16 Uhr

Krimihandlung und Medizinthemen

14. November 2019, 22:16 Uhr
H. Lindemann

Zentrale Figur ist die pensionierte Sportlehrerin Marie Döbus, die sich trotz ihres Alters ihre Neugier und Unternehmungslust erhalten hat. Die alte Dame hat zwar mit körperlichen Einschränkungen zu kämpfen. Das hält die Tierfreundin aber nicht davon ab, sich als Miss Marple zu betätigen und ihrem Freund Jens Rückert von der Mordkommission bei der Suche nach den Tätern behilflich zu sein. Der Software-Experte Tom Wieland steht Marie zur Seite.

»Parcour des Todes« ist wie seine Vorgänger ein Kriminalroman der eigenen Art. Er wendet sich an Leser, die gern über den Tellerrand der typischen polizeilichen Ermittlungen hinausschauen. In die kriminalistische Handlung sind zahlreiche medizinische Themen eingewoben. Das besondere Augenmerk des Autors ist diesmal auf Lücken in der Patientenversorgung gerichtet. Randgebiete der Medizin wie Homöopathie und andere alternative Heilverfahren erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Sportinteressierte wird eher das Phänomen des auch in Marburg aufkommenden Stadt-Parkour in den Bann ziehen, der in diesem Krimi eine wichtige Rolle spielt.

Unter dem Pseudonym Jan Tilden schreibt der emeritierte Professor Hermann Lindemann seinen neunten Krimi. Der Autor studierte in Marburg Philologie und Medizin. Daraus resultiert seine Verbundenheit mit der Stadt, die sich im liebevoll eingeflochtenen Lokalkolorit und der Einarbeitung aktueller Themen niederschlägt.

Der inzwischen engen Zusammenarbeit der beiden mittelhessischen Universitäten trägt der Autor Rechnung, indem er wie schon in seinen früheren Krimis den Gießener Rechtsmediziner Dr. Arnulf in die Ermittlungen einbindet, da es in Marburg kein Institut für Rechtsmedizin mehr gibt. Auch ein Experte für Insektenbiotechnologie der Liebig-Universität, der sich mit seltenen Öl-Käfern auskennt, die sowohl im Botanischen Garten Gießens als auch in Marburg auftauchen, spielt eine Rolle. Das wissenschaftliche Projekt eines Gießener Ernährungswissenschaftlers über ein biologisch abbaubares Kaugummi, an dem der ermordete Amtsarzt beteiligt war, verleiht der Kooperation zwischen den Universitäten eine pikante Note. Damit die Harmonie zwischen den Universitäten nicht zu penetrant wird, lässt der Autor hier und da aber auch die frühere Rivalität aufblitzen.

Für die Publikation zeichnet ein Wissenschaftsverlag verantwortlich, der sich vom Konzept überzeugen ließ, Laien medizinische Inhalte auf unterhaltsame und spannende Weise nahezubringen.

Jan Tilden: »Parcour des Todes«. Dustri-Verlag Dr. Karl Feistle GmbH und Co. KG, 233 S. 8,90 Euro, ISBN 978-3-87185-557-3, auch als e-book

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