10. Juni 2014, 19:18 Uhr

Künftige Orgel schon als Prospekt in Bonifatiuskirche

Gießen (pd). Voraussichtlich erst 2016 wird die neue Orgel stehen und den Besuchern der Kirche so manchen akustischen Genuss bereiten. Einen visuellen Vorgeschmack auf die »Perle der Empore« gibt es aber schon jetzt.
10. Juni 2014, 19:18 Uhr
Noch ist die »Perle der Empore« nicht in der Bonifatiuskirche, doch seit gestern präsentiert sich der Orgelprospekt auf Leinwand samt freigelegter Rosette unter dem Kirchengewölbe. (Foto: Oliver Schepp)

Wer vom Altar aus den Blick nach oben auf den künftigen Standort der Orgel über dem Eingangsportal richtet, entdeckt zwei jeweils 15 Quadratmeter große Leinwände mit dem »Angesicht« der neuen Orgel. Die Idee, während der Wartezeit einen Eindruck von der Größe und Schönheit des neuen Instruments zu erhalten, stammt von Dr. Peter Bittner-Dersch. Der Kinderarzt, selbst aktives Mitglied der St. Bonifatius-Gemeinde, hatte sich im Frühjahr bei einer Vorstellung im Stadttheater von den »tollen Kulissen« inspirieren lassen und über Freunde Kontakt zur Intendanz aufgenommen. »Es dauerte nicht lange, da stand mit Guiseppe Viva der Chef der Malerwerkstatt in unserem Kirchenraum, um alles zu planen«, berichtete Bittner-Dersch am Dienstag. Nach wenigen Wochen war das Werk vollendet. Mit Acrylfarbe hatte die beiden Auszubildenden Sebastian Rydzak und Johann Gertfelder die »wunderschönen Prospekte« auf Leinwand gemalt.

Nach der schnellen Fertigstellung wartete die nächste Herausforderung: Das Befestigen der Prospekte am Kirchengewölbe auf der Empore. Die Hebebühne, die sich bis zu einer Höhe von 15 Meter ausfahren lässt, konnte nicht in die Kirche gebracht werden, weil die Tür drei Zentimeter zu niedrig war. Erneut half eine Assoziation mit dem Stadttheater. Mit den Chorpodesten der alten Orgel wurde eine Art Schnürboden konstruiert. Das notwendige Holz lieferte der Dachdeckereibetrieb Günther Lerner, die Rahmenkonstruktion kam von der Schreinerei Opitz. Als am Abend des Pfingstmontag die Prospekte erstmals entrollt wurden, »kam ein klein wenig Theateratmosphäre in unserer Kirche auf«, so der Initiator, der allen Helfern und vor allem dem Stadttheater für die Unterstützung dankte.

»Normalerweise sagen wir bei derartigen Anfragen ab«, verdeutlichte Cathérine Miville. In der Kirche, »in der wir schon oft mit Konzerten zu Gast sein durften«, habe man jedoch gern eine Ausnahme gemacht, so die Intendantin. Zudem habe es sich um ein spezielles Azubi-Projekt gehandelt. Für den Gießener Sebastian Rydzak und den Licher Johann Gertfelder, beide künftige Bühnenmaler, war die Aufgabe »eine echte Herausforderung«.

Dass sie diese gut gelöst haben, attestierte nicht nur Wolfgang Schreier. Der Vorsitzende des Förderkreises begrüßte bei der Prospekt-Präsentation auch den Kirchenmusikdirektor des Bistums Mainz, Thomas Drescher. Rund 450 000 Euro Spenden hat der Förderkreis bisher gesammelt – knapp die Hälfte der benötigten Summe. Musikalisch waren die Gäste in der Bonifatiuskirche von Regionalkantor Ralf Stiewe empfangen worden.

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