20. Juni 2019, 14:46 Uhr

Kugelwerfen am Kleebach

20. Juni 2019, 14:46 Uhr
Auch in diesem Jahr verwandelt sich die Grünlage am Kleebachwehr in einen Bouleturnierplatz. (Archivfoto: srs)

Am Kleebachwehr spielen sich seit 13 Jahren im Sommer immer wieder die gleichen Szenen ab. Kleingruppen ziehen in der Regel abends mit kleinen Köfferchen oder Tüten in der Hand durchs Dorf Richtung Grünanlage. Das idyllische Rauschen des Baches wird unterbrochen vom Klang, wenn Metall auf Metall trifft, von Gelächter, Fluchen und Jubel. Dann wissen zumindest die Allendorfer: Hier wird wieder fürs Bouleturnier trainiert. Am Samstag messen sich auch in diesem Jahr über 30 Teams mit ihren Kugeln auf der kleinen Grünfläche, die die Einheimischen liebevoll »Centralpark« getauft haben.

Vor 13 Jahren hatten die Allendorfer Sozialdemokraten die Idee, das Turnier auf der kleinen Grünanlage auszurichten. Ortsvorsteher und Turnierleiter Thomas Euler erinnert sich: »Damals ist die Untergasse saniert und der Rad- und Fußgängerverkehr über den Centralpark geleitet worden.« Plötzlich sei die Fläche, die sonst immer ein Nischendasein gefristet hatte, belebt gewesen. »Wir fanden den Ort mit der Boulebahn und dem Kneippbecken zu schade, um immer nur abseits zu liegen«, sagt Euler.

Einfach, aber erfolgreich

Eine einfache, aber doch recht erfolgreiche Idee. Auch in diesem Jahr haben sich wieder über 30 Teams mit je drei Mitgliedern angemeldet. Zusammen mit den Helfern befinden sich während des Turniers über 120 Menschen auf der Grünfläche; Zuschauer nicht mitgezählt. Es ist ein kleines Dorffest, das da jedes Jahr in der Mitte des Stadtteiles stattfindet. »Die Teilnehmer«, sagt Euler, »müssen einen Bezug zu Allendorf haben und dürfen weder Profis noch Semiprofis sein.« Bei allem sportlichen Ehrgeiz gehe es vor allem um das Beisammensein in der Gemeinschaft. Klingt nach einer Phrase - ist es aber nicht. Denn selbst die, die früh ausscheiden, bleiben in der Regel dabei und feuern die verbliebenen Teams an. So kommen die Organisatoren ihrem Ziel recht nah, einen Ort der Begegnung zu schaffen.

Es sind aber auch die Episoden abseits des Platzes, die das Turnier zu einem nicht alltäglichen Event werden lassen. Zum Beispiel die Tatsache, dass die Organisatoren an dem Turnier nichts verdienen. Bleibt am Ende doch etwas übrig, wird der Betrag für einen guten Zweck gespendet. Es ist außerdem keine Parteiveranstaltung: Auch Teams aus anderen Parteien machen mit, die Grünen zum Beispiel oder die CDU. Es gibt keine SPD-Werbegeschenke oder inoffizielle Parteiübertrittsgespräche. Oder die Nachbarn der Grünanlage, die Familie Diehl. Die beschweren sich nicht über die Lautstärke und den Trubel zwischen 9 und 17 Uhr. Vielmehr spendieren sie seit 13 Jahren den Strom für die Veranstaltung.

Einmal durch den Kleebach

Wie in den vergangenen Jahren auch winkt nach der Gruppenphase und den K.-o.-Runden den drei Bestplatzierten ein Wanderpokal und Sachpreise. Und die gute Nachricht: Wer verliert, muss keine Sanktionen befürchten - im Gegensatz zu früher. Mit einem Lächeln im Gesicht erinnert sich Euler an die Strafe, wenn ein Team zu null verloren hatte. »Die mussten dann einmal durch den Kleebach waten.«

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