02. Juni 2019, 21:57 Uhr

Lieber Kita als Apoll

02. Juni 2019, 21:57 Uhr
Die BI Historische Mitte möchte die Apoll-Statue rekonstruieren. (Foto: pm)

Die Bürgerinitiative »Historische Mitte« hat in einer Pressemitteilung angekündigt, Gespräche mit der Stadt Gießen über die Rekonstruktion der Statue »Apoll auf dem Streitwagen« führen zu wollen, die im Ersten Weltkrieg vom Dach des Gießener Stadttheaters abgenommen worden ist. »Unser Aufruf zur Bereitstellung von Bildern der früheren Statue über dem Portal des Stadttheaters hat Erfolg gehabt. Insgesamt liegen nun genügend Bilder für die Rekonstruktion dieser Figurengruppe vor«, sagt Peter Eschke, 2. Vorsitzender der Bürgerinitiative (BI). Die BI habe nun per Schreiben an die Stadt um ein persönliches Gespräch gebeten, um »weitere Schritte zur Planung dieser Figurenrekonstruktion abzustimmen«.

Die Stadt - und wohl auch die Verantwortlichen des Stadttheaters - haben allerdings keinerlei Interesse daran, diese Figur rekonstruieren zu lassen. Das jedenfalls geht aus einer Stellungnahme von Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz auf Anfrage dieser Zeitung hervor. »Angesichts eines nach wie vor gravierenden Investitionsstaus bei der öffentlichen Infrastruktur - Schulen, Kitas, Straßen, Plätze, Brücken - würde ich der Wiederherstellung der Apoll-Figur keine Priorität einräumen. Wir haben eindeutig wichtigere Vorhaben«, betont die OB.

Die Statue sei zwar eindrucksvoll, aber seit mehr als 100 Jahren nicht mehr auf dem Dach des Theaters zu finden. »Sie dürfte dort wohl auch nur eine Handvoll Jahre gestanden haben. Ich bezweifele daher auch, dass ihre Rekonstruktion einen wertvollen Beitrag zur beabsichtigten Heilung des Stadtbildes nach dem Verlust des historischen Zentrums 1944 und zur Bildung historischer Identität leisten könnte«, sagt Grabe-Bolz. Die BI könne natürlich - »ganz in der Tradition des Stadttheaters und des Mottos als »Denkmal des bürgerlichen Gemeinsinns - versuchen, für dieses Projekt Spenden zu sammeln. »Das hat bereits CDU-Abgeordneter Klaus Peter Möller vor einigen Jahren versucht. Er war damit nicht erfolgreich«, erinnert die OB.

Der Wunsch, die Figur zu rekonstruieren, kam von Mitgliedern der BI. Die Finanzierung solle - laut Eschke - durch Spenden der Bürger und Stiftungen erfolgen. »Wir gehen davon aus, dass die Stadt zu einem Gespräch bereit ist und den relevanten Teilnehmerkreis festlegt«, sagt Eschke. Das darf wohl bezweifelt werden.

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