05. Dezember 2018, 22:11 Uhr

Liebeserklärung an Farbe

05. Dezember 2018, 22:11 Uhr
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Von Dagmar Klein
Katja Ebert-Krüdener (r.) ist die fünfte Künstlerin, der das Kulturamt, vertreten durch Stephanie Jackson (l.), einen Band der Gießener Kunstreihe widmet. (Foto: dkl)

Der fünfte Band in der Gießener Kunstreihe ist erschienen, gewidmet ist er Katja Ebert-Krüdener, Künstlername eminusk. Die Broschüren sollen eine Art »erweiterte Visitenkarte« für die bildenden Künstler Gießens sein, erklärt Kulturamtsmitarbeiterin Stephanie Jackson. Darüber können die Künstler sich weiten Kreisen bekannt machen und andernorts bewerben. Und die Kunstinteressierten in Stadt und Region lernen die Kunstschaffenden ihres Wohnorts kennen. »Die hochwertig gedruckten Hefte sind ein Geschenk an die Künstler und an die Stadt«, davon ist Ebert-Krüdener überzeugt. Sie ist sichtlich erfreut, in diese Reihe aufgenommen worden zu sein.

Kostenlos erhältlich

Initiiert wurde die Reihe 2016 von der damaligen Kulturamtsleiterin Simone Maiwald, die damit einen Beitrag zur Förderung bildender Künstler der Region durch die Stadt leisten wollte. Sie sorgte auch dafür, dass je ein Werk der Beteiligten angekauft wird. Seit diesem Jahr gehört zur Broschüre nicht nur eine Postkarte, sondern auch eine Ausstellung im Kulturamtsflur.

Katja Ebert-Krüdener wurde 1966 in München geboren. Sie studierte Psychologie und Philosophie, Physik und Chemie, schließlich Kunstpädagogik in Würzburg und Gießen. 2013 trat sie in Gießen erstmals mit einer Ausstellung an die Öffentlichkeit, in einer Doppelausstellung im Rathaus-Foyer zusammen mit Dieter Hoffmeister. Im Jahr darauf wurde sie Mitglied des Oberhessischen Künstlerbunds. Sie wohnt mit Familie in Heuchelheim, hat aber noch ein Atelier in Berlin, wo sie häufig arbeitet.

Ihr Interesse gilt der Farbe, Farbe als Materie und Farbe in ihrer emotionalen Wirkung. Sie erschafft ebenso kleinteilige Reihen wie großformatige Werke, erprobt damit auch die Fähigkeit des Auges kleinteilige Strukturen in Nähe und Distanz wahrzunehmen. Nicht nur mit dem Material Farbe, auch mit den Maluntergründen experimentiert sie, schafft Serien und ist damit ganz naturwissenschaftlichem Forschungsinteresse verpflichtet.

In der Ausstellung im Kulturamtsflur sind Variationen ihres Werks zu erleben. Kleine transversale Streifenfolgen aus geschnittenen Papieren, großflächiger Farbauftrag auf Mylar-Folie, die keine Feuchtigkeit oder Farbe annimmt, auf der Farbe nur aufliegt. Das ist klassische Malerei, wie sie sagt: Pinselgestus, Mehrfachauftrag, und Durchscheinen des Untergrunds sind sichtbar. Sie hat Papiere aufgerauht, die darauf aufgebrachte wässrige Farbe dringt tief ein, es entsteht eine fast druckgrafische Anmutung. Vis-à-vis hängen Zeichnungsblätter, in denen sie mit Fineliner grafische Linien zieht. Insgesamt bezeichnet sie ihr Malen als »Liebeserklärung an Farbe, die wie das Leben Licht und Schattenseiten hat.«

Alle bislang erschienenen Hefte der »Gießener Kunstreihe« sind kostenfrei erhältlich, sie liegen aus in der Kunsthalle im Rathaus, im KiZ und in den Museumshäusern. Die kleine Ausstellung im Kulturamtsflur im Rathaus (Ebene der Stadtbibliothek) ist bis Ende Februar zu sehen.



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