08. März 2010, 21:12 Uhr

Matthias Schmidt als Propst eingeführt

Gießen (hin). Mit einem Festgottesdienst in der Petruskirche wurde Pfarrer Matthias Schmidt am Sonntag in sein Amt als Propst für Oberhessen eingeführt.
08. März 2010, 21:12 Uhr
Evangelische Prominenz hatte sich zur Einführung des neuen Propsts für Oberhessen versammelt. Vordere Reihe (v. l.): Propst Michael Karg (Nordnassau), EKHN-Präsident Dr. Volker Jung, Propst Schmidt; mittlere Reihe (v. l.): Propst Dr. Sigurd Rink (Südnassau), Pröpstin Gabriele Scherle (Rhein-Main), Bischof Dr. K. G. Daniel (Diözese East Kerala, Kirche von Südindien), Oberkirchenrätin Cordelia Kopsch (Stellv. Kirchenpräsidentin), Präses Prof. Karl Heinrich Schäfer; hintere Reihe (v. l.): Prädikantin Erika Wunsch, Pröpstin Karin Held (Starkenburg), Propst Dr. Klaus-Volker Schütz (Rheinhessen) und Prädikant Hagen Köckeritz (Foto: hin)

Die Kraft für das neue Amt schöpfe er aus der Gewissheit, dass Gott ihn begleite, dass er Sicherheit gebe, wo ohne Gottes helfende Hand ein Licht benötigt würde. Jedem Neuanfang wohne ein Zauber inne. Jeder Neuanfang berge aber auch Ungewissheit, so Schmidt bei seiner Predigt vor zahlreichen Gästen aus Geschwisterkirchen und Vertretern des öffentlichen Lebens. Schmidt ist seit 1. März im Amt.

Dr. Volker Jung, Präsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, rief dazu auf, die verschiedenen Aufgaben im Amt des Propstes stets als Auftrag zur geistlichen Leitung zu verstehen. Wer sein Amt »mit offenen Augen« versehe, werde auch selbst ein Geleiteter sein, meinte der Kirchenpräsident. Jung forderte dazu auf, die Worte des 25. Psalms an und in sich wirken zu lassen und das Leben von dort aus zu gestalten. Niemand sei ohne Irrtum und Fehler. Um so trostreicher sei es, auf Gott vertrauen zu können.

Schmidt selbst erklärte, sich von Gott getragen zu wissen. Christus zu folgen, sei ein Vorwärtstasten auf einem steinigen Weg, manchmal ein Stolpern und Straucheln. In seiner Predigt zum Epheserbrief 5, Verse 1 bis 8, ermutigte der Propst dazu, sich nicht beirren zu lassen und anstehende Aufgaben unverzagt anzupacken. Kirche sei Weggemeinschaft von Menschen, die den Spuren Christi in aller Unvollkommenheit folgen. Schmidt forderte dazu auf, respektvoll miteinander umzugehen und die Würde auch Andersdenkender zu achten, bis in die Sprache hinein. Er wies auf die Aktualität der Worte aus dem Epheserbrief, auf jüngste Beispiele von Unzucht, Habgier und lästerlichem Reden, auf Zynismus und Doppelmoral. Ethische Überlegungen würden oft nur müde belächelt, kritisierte der Propst. Er forderte dazu auf, sich als Kirche in den gesellschaftlichen Diskurs einzumischen.

Der Präses der EKHN, Prof. Karl Heinrich Schäfer, überreichte die Ernennungsurkunde an Schmidt.

Der hessische Innenminister Volker Bouffier lobte in seinem Grußwort die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Staat und Kirche. Er sprach von besonderen Gestaltungsmöglichkeiten, aber auch von großer Verantwortung in Zeiten finanzieller Krise und demografischen Wandels. Bouffier nahm schmunzelnd Bezug auf die rheinhessische Herkunft des Propstes und auf dessen Mitwirkung in einer Vogelsberger Mundartgruppe: »Wer Vogelsberger Platt versteht, ist in Oberhessen angekommen.«

Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz erinnerte an die parallelen Amtszeiten von Oberbürgermeisterin, Landrätin und Propst, die alle jüngst gewählt worden waren, und hoffte auf einen fruchtbaren Diskurs. Kirche und weltliche Gemeinde seien denselben Menschen verpflichtet. Es sei deshalb naheliegend, gemeinsam für eine soziale und gerechte Welt zu streiten, betonte die OB. Sie wünschte sich eine Kultur des Hinschauens und der Mitmenschlichkeit.

Das Grußwort des Arbeitskreises christlicher Kirchen überbrachte Pfarrer Kenan Budak (Syrisch-Orthodoxe Gemeinde »Mor Barsaumo«). Bischof Dr. K. G. Daniel aus der Partnerdiözese East Kerala überreichte symbolische Geschenke und lud Schmidt zu einem Besuch nach Südindien ein. Der Bischof äußerte die Hoffnung auf eine Fortsetzung der bisherigen Freundschaft und Verbundenheit.

Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes oblag der Kantorei der Petruskirche unter Leitung von Herfried Mencke, dem Bläserkreis der Johanneskirche (Leitung Christoph Koerber) und dem A-capella-Chor »Vamos con dios« (Leitung Stephan Möller).

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