18. Januar 2019, 21:47 Uhr

Mehr Kriminalität im Netz

18. Januar 2019, 21:47 Uhr

Fast jedes zweite hessische Unternehmen wurde schon einmal gehackt. Aus diesem Grund wird es immer wichtiger, sich vor dem »Tatwerkzeug Internet« zu schützen. Mit welchen Tricks die Betrüger arbeiten und wie sie sich Sicherheitslücken zunutze machen, erklärte Kriminalhauptkommissar Dirk Hintermeier rund 50 Ausbildern bei einer Veranstaltung der IHK Gießen-Friedberg in Gießen.

Im Vergleich zum Jahr 2008 sei die Anzahl der Verbrechen im Internet von 16 179 auf rund 20 000 gestiegen. Je nach Art des Vergehens habe die Aufklärungsquote 2017 bei 77,7 Prozent gelegen.

Als Sachgebietsleiter der Zentralen Ansprechstelle Cybercrime (ZAC) beim Hessischen Landeskriminalamt in Wiesbaden erläuterte Hintermeier zunächst die Aufgaben der ZAC: »Wir sind die Ansprechpartner für Unternehmen und Behörden, wenn es um Internet-Vergehen geht.« Aber auch Privatpersonen wird gerne geholfen.

Im Mittelpunkt der Präsentation standen vor allem aktuelle IT-Kriminalitätsphänomene, wie beispielsweise Ransomware, Erpresser-E-Mails und CEO-Fraud. Bei CEO-Fraud handelt es sich um gefälschte Nachrichten vom Chef mit der Bitte, eine Zahlung in erheblicher Höhe vorzunehmen, natürlich unter strenger Geheimhaltung.

Webcam-Trick mit »Lösegeld«

Ransomware meint die Verschlüsselung von Daten. Hier verschicken die Täter E-Mails mit einem Anhang, der Schadsoftware enthält. Immer beliebter werden nach Auskunft des Experten Bewerbungs-E-Mails. »Zurzeit erhalten viele Menschen E-Mails, in denen ihnen mitgeteilt wird, dass Schadsoftware auf ihre Rechner gebracht wurde.

Die Täter geben an, über Webcams nun die jeweiligen Personen zu beobachten. Für Nichtverbreitung des angeblich aufgezeichneten Materials verlangen sie ein Lösegeld von 500 Euro in virtueller Währung«, berichtete der Kriminalhauptkommissar. Es sei wichtig, sofort Anzeige zu erstatten und auf keinen Fall Geld zu bezahlen.

Nach Auskunft von Hintermeier werden längst nicht alle Fälle zur Anzeige gebracht. »Die Dunkelziffer ist ziemlich hoch. Die Leute schämen sich, Unternehmen fürchten einen Prestigeverlust.« Ganz wichtig sei es, stets aktuelle Software sowie aktuelle Virenschutzprogramme zu verwenden und permanent die Daten zu sichern. Im Falle eines Schadens müsse nicht nur umgehend Anzeige erstattet, sondern auch alle relevanten Passwörter müssen geändert werden. »Leider werden Cyber-Angriffe aber nicht nur durch technische und organisatorische Mängel, sondern vor allem auch durch menschliches Fehlverhalten ermöglicht. Auch hier kann durch entsprechende Schulung vorgebeugt werden«, sagte Hintermeier. Tipps sind auch unter www.polizei-beratung.de zu finden.

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