04. Februar 2016, 11:23 Uhr

Mieterverein will Mietpreisstopp

Gießen (ta). Nach Meinung des Mietervereins muss die Wohnbau Gießen GmbH preisdämpfend auf den angespannten Wohnungsmarkt einwirken. Sie solle innerhalb der nächsten drei Jahre gänzlich auf Mieterhöhungen verzichten, verlangt Vorsitzender Stefan Kaisers in einer Pressemitteilung. Ganz auf taube Ohren stößt er damit nicht.
04. Februar 2016, 11:23 Uhr
Symbolfoto (Foto: dpa)

Die Geschäftsführung der Gesellschaft bereitet gerade einen Maßnahmenkatalog vor, mit dem sie der Gefahr sozialer Schieflage begegnen will. Einzelheiten möchte Geschäftsführer Reinhard Thies unter Hinweis auf die noch ausstehende Beratung des Konzepts und die Verabschiedung durch den Aufsichtsrat aber noch nicht nennen.

Angesichts der Tatsache, dass in Gießen zwar ständig neue Mietwohnungen entstehen, dass dabei aber fast nur das mittlere und höhere Preissegment bedient wird, sehen Beobachter die Gefahr einer Gentrifizierung. Gemeint ist damit ein sozioökonomischer Strukturwandel in der Kernstadt: Ärmere Bevölkerungsgruppen wandern ab und Wohlhabende ziehen zu, verbunden mit einem Anstieg des Mietpreisniveaus.

Um die Wohnbau-Mieter vor einer solchen Verdrängung zu schützen, sei es nur konsequent, die Mieten befristet einzufrieren, argumentiert Kaisers. Dazu Kaisers: »Dies wäre ein mutiger Schritt und ein starkes Zeichen der städtischen Politik an die Bürger. Da die Mieten zuletzt im Vergleich zu den Löhnen deutlich stärker gestiegen sind, müssen immer mehr Arbeitnehmer und Rentner hohe Mietbelastungen verkraften. Die Wohnkostenbelastung beträgt teilweise 40 Prozent und mehr des Einkommens.«

Der Mieterverein fordert zudem, dass die Gewinnabführung der Wohnbau an die Stadt ausgesetzt wird, damit das Unternehmen das Geld in den Neubau benötigter Sozialwohnungen investieren könne. Der temporäre Verzicht auf Mieterhöhungen werde die solide Ertragskraft der Gesellschaft (2014: 2,4 Millionen Euro) sowie die Investitionsfähigkeit (2014/15: 20,8 Millionen Euro) nicht negativ beeinflussen, hält der Verein möglichen Einwänden entgegen. Vorsitzender Kaisers erinnert daran, dass der Mieterverein wiederholt für die privaten Wohnungsbauprojekte eine Sozialquote mit anteiligen Sozialwohnungen vorgeschlagen habe, die aber bislang nicht umgesetzt worden sei.

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