07. Juli 2019, 18:38 Uhr

Mit Beats für die Menschenrechte

07. Juli 2019, 18:38 Uhr
»Ich kehre mit meiner Verkleidung mein Inneres nach Außen«, sagt dieses nette Alien.

»Anlassloser Abriss«? Keineswegs. Auch wenn dieser Spruch eines der zugegebenermaßen spärlich vorkommenden Schilder und Plakate zierte, versteht sich die »Nachttanzdemo« als Veranstaltung, um »tanzend für eine bessere Welt zu streiten«. Diesen Aufruf nahmen am Samstagabend, laut der offiziellen Zählung des Ordnungsamts, 4500 Menschen als Anlass, zum elften Mal an der mehrstündigen Demonstration teilzunehmen. Der Zug führte ab 20 Uhr vom John-F.-Kennedy-Platz Richtung Landgericht und einmal um den Anlagenring herum und endete nach einer »Ehrenrunde« durch die Ludwigstraße am Messeplatz.

Das diesjährige Motto »Raum zum Leben - Luft zum Atmen« ist laut Organisator Alexander Vasil der gemeinsame Nenner aller sechs politischer Gruppen, die auf den fünf »Nachttanzdemo«-LKW vertreten waren. Die Kulturaktivisten des KultLab setzen sich beispielsweise für einen selbst verwalteten Freiraum sowie bezahlbaren Wohnraum in der Stadt ein. Bereits im Vorhinein konnte man sich mit Live-Musik auf die nachfolgende »Nachttanzdemo« einstimmen. Für die buchstäbliche »Luft zum Atmen« fand in der Bahnhofstraße ein autofreier Verkehrswendetag statt (siehe Bericht auf dieser Seite).

Zu den wummernden Bässen und Beats der lokalen DJ-Gruppen folgten am Oswaldsgarten, Elefantenklo und Berliner Platz jeweils Kundgebungen für Chancengleichheit und gegen Diskriminierung. »Es ist bombastisch, dass heute wieder so viele Menschen erschienen sind, um sich für Menschenrechte und Gleichberechtigung einzusetzen«, sagte die Rednerin der »Seebrücke Gießen« beim ersten Zwischenhalt am Oswaldsgarten. Seebrücke machte auf die prekären Zustände im Mittelmeer in Bezug auf Flucht und Migration aufmerksam. Sie setzen sich außerdem für Gießen »als sicheren Hafen« für Geflüchtete ein und sammelten Unterschriften. Die Nachttanzdemo endete schließlich gegen 0.30 auf dem Messeplatz. Wer danach noch nicht müde war, der konnte auf diversen After-Demo-Partys weitertanzen.

Die Gießener Polizeidienststelle vermeldet für die »Nachttanzdemo« keine besonderen Vorkommnisse. Außer Beschwerden bezüglich der Verkehrsbehinderung und Ruhestörung, die auch mit dem parallel stattfindenden Bierfest im Stadtpark Wieseckaue einhergingen, sei der Abend friedlich abgelaufen. Auf Facebook wurde bereits das Datum für die Demo im kommenden Jahr veröffentlicht: 4. Juli 2020. (Foto: lwg)

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