21. Mai 2013, 20:08 Uhr

Mit »Gießener Samentüte« Wildkräuter säen

Gießen (mö). Die Wildblumen-Aktion des Gartenamts an der Licher Straße hat im vergangenen Jahr viele Gießener begeistert. Beim sogenannten urban gardening können ab sofort alle mitmachen.
21. Mai 2013, 20:08 Uhr
Das Beet vor der Kongresshalle wurde gestern zur Versuchsfläche für das Projekt »Gießener Samentüte«. An der Aussaat beteiligten sich von links Sabine Wolters (Bund), Bürgermeisterin Gerda-Weigel Greilich, Jörg Wagner (Gärtnerpflichten) und Andrea Malkmus (Bund). (Foto: Schepp)

Denn die Landesgartenschau, der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (Bund) sowie das Wetzlarer Unternehmen »Wildsaaten« haben das Projekt »Gießener Samentüte« gestartet.

Ab heute kann für einen Euro die »Gießener Samentüte« im Stadtbüro, der Tourist-Information in der Kongresshalle oder im Gießkannenmuseum erworben werden. Inhalt: Samen von annähernd 50 Wildkräutern von A wie der Ackerglockenblume bis W wie Wiesensalbei. Für fünf Quadratmeter soll die Tüte reichen. Am Dienstag demonstrierten die Beteiligten des Gemeinschaftsprojekts, an dem auch die Künstlergruppe Gärtnerpflichten und die Stadt beteiligt sind, am Beet vor der Kongresshalle, wie die »Gießener Samentüte« eingesetzt werden kann. Eine weitere »Versuchsfläche« befindet sich im Botanischen Garten.

Jörg Wagner von den Gärtnerpflichten bezeichnete die »Gießener Samentüte«, deren Preis von der Gartenschau-Gesellschaft sozusagen subventioniert wird, als »ökologische und regionale Mischung, die gut aufgeht«. Neben dem eigenen Garten könnten Brachflächen oder andere, bislang vernachlässigte Ecken der Stadt Ziel der Ausbringung sein. Magere bis mäßig nährstoffreiche Standorte seien besonders geeignet. Drei bis vier Wochen dauere es etwa, bis der bunte Wildwuchs sprießt. Regengüsse und ein paar warme Sonnenstrahlen könnten das Wachstum rasant beschleunigen.

Wichtig für Wildbienen

Welche Farbenpracht da aus städtischer Erde wachsen könnte, und zwar bis zu seiner Höhe von 1,40 Meter, zeigte Andrea Malkmus vom Bund: Klatschmohn, Wiesensalbei, Ackerglockenblume, weiße Lichtnelke, Große Königskerze, Borretsch und so weiter. Gleichzeitig diene die Aktion dem Artenerhalt, ergänzte ihre Bund-Kollegin Sabine Wolters, die die Wechselwirkung zwischen den Wildpflanzen und der vom Aussterben bedrohten Wildbiene erläuterte.

Als gleichermaßen schön und nützlich sieht Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich die »Gießener Samentüte« an, an deren Verbreitung sich der Förderverein Landesgartenschau beteiligen werde, versprach Vorsitzender Wilfried Behrens. Denn, so Michael Bassemir vom städtischen LGS-Büro: »Alle Projekte, bei denen die Leute mitmachen können, laufen super.«

Die Zeichnung auf dem Tütchen stammt übrigens von der Nürnberger Künstlerin Karin Bergdolt, die im Rahmen der Gartenschau einen lokalen Wildpflanzenführer gestalten wird.

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