13. Februar 2019, 14:00 Uhr

Stadtwald

Mit Schildern gegen ignorante Spaziergänger

Neue Schilder und Banner sollen im Gießener Stadtwald über Forstarbeiten informieren. Mit diesem Mittel will die Stadt bei ignoranten Spaziergängern für Erleuchtung sorgen.
13. Februar 2019, 14:00 Uhr
Ernst-Ludwig Kriep, Birgid Valentin und Gerda Weigel-Greilich (r.) präsentieren die neuen Schilder. (Foto: chh)

Ein roter Querstrich an der Rinde? Das bedeutet, dieser Baum wird bald gefällt. Ein weißes H oder ein roter Punkt? An diesem Stamm wird so schnell kein Waldarbeiter seine Säge ansetzen. Solche und viele weitere Informationen erhalten die Besucher des Gießener Stadtwalds neuerdings immer dann, wenn sie Forstarbeiten begegnen. Die Stadt hat die neuen Schilder und Banner entwerfen lassen. »Wir hoffen auf diese Weise auf ein bisschen mehr Verständnis«, sagte Ernst-Ludwig Kriep, der Leiter der städtischen Forstbehörde, am Dienstag bei einem Treffen am Hangelstein. Liegenschaftsamts-Leiterin Birgid Valentin und Stadträtin Gerda Weigel-Greilich waren zur Präsentation der Schilder ebenfalls in das Waldstück bei Wieseck gekommen.

Und offenbar ist ein wenig mehr Verständnis für die Forstarbeiter notwendig. Denn laut Kriep haben Waldbesucher in der Vergangenheit immer wieder die Warnhinweise missachtet. Kürzlich erst habe ein Mann trotz mehrfacher Ermahnung das Absperrband passiert. Die Folge: Die Maschinen mussten abgestellt werden, die Männer ihre Arbeit niederlegen. »Erst als der Mann die Gefahrenstelle wieder verlassen hatte, konnte es weitergehen«, berichtete Kriep. »Alles andere wäre viel zu gefährlich.«

 

Mehr Platz und Licht

 

Auf den insgesamt sechs unterschiedlichen Motiven erfahren die Besucher fortan nicht nur, warum das Betreten des Gebiets gefährlich ist und für wie lange die Sperrung gilt, sondern auch, warum die Fällung notwendig ist. Zum Beispiel, damit gesunde Bäume mehr Platz und Licht zum Wachsen haben. Außerdem wird mitgeteilt, wofür das Holz verwendet wird. »Die Holzernte birgt großes Konfliktpotenzial. Mit den Schildern wollen wir aufklären«, sagte Kriep und sprach in diesem Zusammenhang von einem weit verbreiteten Phänomen. »Viele Städte haben dieses Problem: Die Menschen genießen den Wald als Erholungsgebiet. Mit der Ernte sind sie aber nicht einverstanden.« Weigel-Greilich nickte zustimmend. Einige Menschen würden sich Sorgen machen, dass durch die Abholzung Natur vernichtet werde. »Dabei ist die Forstwirtschaft nachhaltig. Es wird nur so viel Holz geerntet wie nachwächst.« Die Erlöse aus dem Holzverkauf stecke man daher auch wieder in die Aufforstung.

Durch die freundlich gestalteten Plakate, auf denen übrigens Fotos der Gießener Forstmitarbeiter abgedruckt sind, wollen die Verantwortlichen eine verständnisvolle und empathische Atmosphäre schaffen. Ganz bewusst soll daher auf eine direkte Ansprache gesetzt und auf eine Verbotssprache verzichtet werden.

Wer in den nächsten Tagen im 1550 Hektar großen Stadtwald unterwegs ist, hat gute Chancen, auf eines der Schilder zu stoßen. Denn in den Wintermonaten haben die Waldarbeiter besonders viel tun, sagte Kriep. »Die Bäume werden immer dann gefällt, wenn sie kein Laub tragen.«

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