17. März 2019, 18:57 Uhr

»Friday for Future«

Nach Demo: Grüne loben, Schülerunion übt Kritik

17. März 2019, 18:57 Uhr

Von Christoph Hoffmann , 3 Kommentare

1200 Schüler haben am Freitag in der Gießener Innenstadt für mehr Klimaschutz demonstriert. Dass die Teilnehmer dafür den Unterricht geschwänzt haben, sorgt bei der heimischen Schülerunion für Unmut. Der stellvertretende Landes- und Kreisvorsitzende Julian Sann zeige sich zwar »begeistert«, dass sich so viele junge Menschen für Politik und gesellschaftliche Fragen interessierten und sich für eine bessere Welt engagierten, heißt es in einer Stellungnahme. Dennoch mahnt er an, dass die Schüler damit ihre Schulpflicht verletzen und aufgrund dessen sanktioniert werden müssten. Wenn die Eltern Entschuldigungen für ihre Kinder schreiben, seien Bußgeldverfahren gegenüber den Eltern zu prüfen. »Es ist sehr erfreulich, dass viele Schulen die Freistellungen für ›Friday for Future‹ verweigern und den Schülern Fehlstunden für die Teilnahme eintragen. So wahren die Schulen das Neutralitätsgebot.« Zudem empfiehlt Sann den Schülern, sich politisch in unterschiedlichen Organisationen zu engagieren. Dadurch lerne man, dass purer Populismus keine Lösung sei und dass an der Kohleenergie viele Arbeitsplätze hingen.

Bußgeld für Eltern gefordert

Sann äußert die Meinung, dass »Friday for Future« und ihr Aushängeschild Greta Thunberg Ängste schürten. »Angst ist niemals ein guter Ratgeber und Radikalforderungen, die auf Panikmache beruhen, sind stets populistisch.« Sann fordert daher pragmatische Lösungen, die klima- und sozialverträglich seien. »Darüber hinaus ist es ein merkwürdiges Verständnis von Rechtsstaatlichkeit, seine politischen Ziele durch das Verstoßen gegen Rechtsnormen in Form der Missachtung der Schulpflicht zu erreichen. Wenn es gang und gäbe für so viele Schüler ist, gegen grundsätzliche Prinzipien des Grundgesetzes zu verstoßen, muss man sich wirklich Sorgen um die Zukunft und den deutschen Rechtsstaat machen.«

Die Gießener Grünen kommen zu einem fundamental anderem Urteil über die Schülerdemonstrationen. In einer Stellungnahme fordern sie ein radikales Umsteuern in der Klimapolitik. Gerda Weigel-Greilich, Klaus-Dieter Grothe und der schulpolitische Sprecher der Fraktion, Joachim Grußdorf, betonen daher ihre solidarische Unterstützung für die Aktionen von »Fridays for Future«.

»Das Engagement und die Ernsthaftigkeit der neuen Jugendbewegung für ihre Zukunft ist für uns in der Stadtpolitik Ansporn«, sagt Weigel-Greilich. »Bei der Kundgebung war unser Umweltamt mit einem Info-Stand präsent, an dem die Jugendlichen ihre Ideen für Klimaschutz vor Ort eingebracht haben.« Auch Grothe lobt den Einsatz der Schüler: »Sie schwänzen nicht, sondern investieren Zeit, Engagement, Fleiß und Lernen für ihre Zukunft.«

Grußdorf vertritt die Meinung, die Schüler würden mit »Kreativität und Verantwortungsbewusstsein die Bildungsstandards nicht nur in Klausuren, sondern auch im Handeln auf der Straße, im öffentlichen Raum erfüllen.« Sein Fazit: »15 Punkte.«

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