20. August 2019, 06:00 Uhr

Stadtgeschichte

Nächste Spur zur Festung Gießen?

Nach dem Fund in der Schanzenstraße sind nun auch bei den Tiefbauarbeiten in der Neustadt alte Mauern aufgetaucht. Einiges spricht dafür, dass sie aus der Ära der Festung Gießen stammen.
20. August 2019, 06:00 Uhr
In geringer Tiefe stießen die Bagger in der Neustadt auf eine alte Mauer. (Foto: Schepp)

Mit der Gießener Stadtgeschichte ist das so eine Sache: »Jedes Mal, wenn wir in der Innenstadt ein tiefes Loch graben, muss sie umgeschrieben werden.« Die Aussage des damaligen Landesarchäologen Dr. Udo Recker bezog sich 2014 auf die beachtlichen Grabungsfunde am Kirchenplatz. Von einer »Grabung fürs Geschichtsbuch« war die Rede. Derart aufsehenerregend ist das, was unlängst in der Schanzenstraße beim Bau einer Tiefgarage und jetzt bei den Tiefbauarbeiten in der Neustadt aufgetaucht ist, nicht. Die Reste von massiven Mauern werden wohl eher bestätigen, was in den Gießener Geschichtsbüchern schon steht: Dass Gießen im Laufe des 16. Jahrhunderts gleich zweimal zur Festung ausgebaut wurde. Eine Ära, die in den ersten Jahren des 19. Jahrhunderts mit dem Abtragen der Wälle endete. Die moderne Kriegsführung mit Einsatz von Artillerie machte Wallanlagen überflüssig.

Bereits am Stadtfest-Wochenende sah man Passanten, die den Fund in der Neustadt fotografierten und spekulierten, um was es sich bei den Mauerresten handeln könnte. Dazu sei jetzt noch keine Aussage möglich, erklärte Magistratssprecherin Claudia Boje am Montag auf Anfrage. Klar sei nur, dass die Anlage nicht geschlossen sei. Boje: »Die Mauer ist durch frühere Leitungsverlegungen bereits zerstört worden.« Das Tiefbauamt habe nach der Entdeckung eine Bergungsfirma mit der Dokumentation des Funds beaufragt. Am Montag waren zudem Mitarbeiter des Hessischen Landesamts für Denkmalpflege (HessenArchäologie) mit Messgeräten vor Ort. Was mit der Mauer, die teilweise tief in die Erde reicht, passiert, entscheidet die Landesbehörde. In der Schanzenstraße wurden die Mauerreste nach der Dokumentation abgetragen. Da dort Holzpfähle gefunden wurden, mit denen die Festungsmauern stabilisiert wurden, kann das Alter der Mauer genau bestimmt werden.

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