04. März 2014, 20:33 Uhr

Naturschützer bauten erneut Schutzzäune für Amphibien auf

Gießen (pm). Zum meteorologischen Frühlingsbeginn bauten die Mitglieder der NABU-Ortsgruppe Gießen/Arbeitsgemeinschaft »Die Schlammspringer« wieder ihre Krötenzäune auf. Unterstützung erhielten sie von Eltern und Kindern der Schlammspringer-Kindergruppe sowie von drei Biologiestudenten der Justus-Liebig-Universität.
04. März 2014, 20:33 Uhr
Etliche ehrenamtliche Helfer waren am Wochenende unterwegs, um Krötenzäune zu errichten. (Foto: pv)

»Ich wusste nicht, dass das so schweißtreibend ist«, sagt einer der Helfer, der das erste Mal beim Aufbau des Amphibienzaunes am Oberhof dabei ist. Seit 10 Uhr werden hier eifrig Löcher für die Eimer geschaufelt und der Zaun aufgebaut.

Ein paar Stunden später steht dann auf beiden Seiten der L 3130 zwischen Gießen und Linden-Forst der grüne Schutzzaun mit den Fangeimern. Jetzt können die Amphibien nachts nicht mehr über die stark befahrene Straße wandern, sondern müssen am Zaun entlang, bis sie in einen Eimer fallen. Dort werden sie dann täglich morgens von den ehrenamtlichen Helfern eingesammelt. Nachdem Art, Anzahl und Geschlecht notiert sind, werden die Amphibien über die Straße getragen und wieder abgesetzt.

Der 250 Meter lange Zaun am Oberhof wird seit 1990 von der Gießener Ortsgruppe und den Schlammspringern aufgebaut und betreut. Dieses Jahr das letzte Mal, denn als Ausgleich für den Ausbau des Radweges soll eine dauerhafte Amphibienschutzanlage mit festem Zaun und Krötentunneln gebaut werden. Diese leitet dann Grasfrösche, Erdkröten, Berg- und Teichmolche während der Wanderung im Frühjahr unverletzt zu ihren Laichgewässern. Auch die länger andauernde Rückwanderung wird dadurch gesichert.

Nicht nur viele Amphibien sind auf der Straße unterwegs, sondern auch Autos, Radfahrer und Fußgänger. Einige von ihnen gehen nicht sehr behutsam mit ihrer Umwelt um: An den Straßenrändern liegt viel Müll herum und die Naturschützer fanden einen mit sehr viel Liebe gestalteten Kunstleitpfosten völlig zerstört.

Die Kinder Maja, Nike, Simon und sein Freund halten eifrig Ausschau nach Fröschen und Kröten, doch leider können sie keine entdecken. Die wechselwarmen Amphibien kommen wohl erst in den nächsten Tagen aus ihren Verstecken, wenn es wärmer ist und regnet. Auf jeden Fall wollen sie mit ihren Eltern in den nächsten Wochen noch einmal herkommen und in die Eimer schauen.

Anschließend wird auch der zweite, etwa 200 Meter lange Schutzzaun aufgebaut. Er steht entlang des Hoppensteins zwischen Kleinlinden und Dutenhofen an der L 3451. Leider sind nur noch vier Helfer übrig, die sich abmühen, die Eimer in den harten Boden zu bekommen. Zur Freude aller gesellt sich noch eine Dame aus Kleinlinden zur erschöpften Gruppe.

Der dritte Zaun wird erst am nächsten Tag aufgebaut. Er steht zwischen Kleinlinden und Lützellinden an der L 3054. Mit frischer Kraft und neuen Helfern ist er schnell montiert.



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