05. Juli 2019, 22:11 Uhr

Neuer Pächter, Boote wieder im Wasser

05. Juli 2019, 22:11 Uhr
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Von Christoph Hoffmann
Klaus Emrich (r.) freut sich, dass mit Hamit Kilinc (l.) und Koch Sadap Sutu nun zwei erfahrene Leute für die Marinestuben verantwortlich sind. (Foto: Schepp)

Gute Nachrichten vom Wißmarer Weg: Drei der vier Boote des Marinevereins sind schon im Wasser, das letzte, der Schlammbeiser II, soll in der kommenden Woche folgen. Und: Ein neuer Pächter ist in die Marinenstuben eingezogen. Seit Anfang Juni hat Hamit Kilinc hier das Sagen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten aufgrund der nicht fahrenden Boote sieht er seinen neuen Betrieb nun auf einem guten Weg.

Donnerstagnachmittag im Biergarten der Marinestuben: Die Sonne scheint, einige Gästen lassen sich das Essen schmecken, auf der Lahn schippert ein Bootchen vorbei. Keine Frage, es gibt in Gießen weniger schöne Plätze zum Verweilen. Das sieht auch Hamit Kilinc so. »Das ist ein sehr schöner Fleck hier.« Damit auch möglichst viele Gießener in diesen Genuss kommen, hat der Gastronom seit seiner Übernahme vor gut einem Monat nicht nur die Innenräume saniert, sondern auch den Biergarten auf Vordermann gebracht. Dank zusätzlicher Tische und Stühle finden nun über 250 Leute im Freien einen Platz. »Und sie müssen auch nicht mehr an die Theke gehen, um ein Getränk zu holen«, sagt Kilinc, »wir machen keine Selbstbedienung mehr.« Das gilt nicht nur für Getränke, sondern natürlich auch für das Essen. Und hier hat der neue Pächter einige Erfahrung.

Kilinc stammt aus einer Gastrofamilie. Sein Bruder betreibt zum Beispiel das Lava in Krofdorf, er selbst war zuletzt für den Kastanienhof in Linden verantwortlich. »In den Marinestuben bieten wir mediterrane Küche mit viel Fisch an, aber auch Klassiker wie Schnitzel oder Steak.« Kilinc betont, dass alles frisch zubereitet werde, Tiefkühlkost komme in den Marinestuben nicht auf den Tisch. Catering gehört ebenfalls zum Angebot, man kann größere Feiern wie Hochzeiten oder Geburtstage versorgen, aber auch in den Marinestuben selbst Feste veranstalten.

Den Onlinebewertungen nach machen Kilinc und sein Team vieles richtig, das Feedback ist positiv. Auch der Service wird gelobt, was bei einigen Vorgängern - in den Marinestuben haben sich schon mehrere Pächter versucht - nicht immer der Fall war. Das sieht auch Klaus Emrich so, der nach dem Rücktritt des alten Vorstands im Zuge des Festmachverbots seit Anfang Juni wieder Vorsitzender des Marinevereins ist. Der Gießener sagt, jene Pächter, die vorher gescheitert seien, hätten häufig den Service vernachlässigt. »Mit dem jetzigen Pächter sind wir sehr zufrieden. Er hat das in Linden ja auch schon gut gemacht.«

Emrich betont, dass Kilinc durch die zurückliegenden Probleme ebenfalls gelitten habe. Umso mehr freue er sich, dass mit dem »Schlammbeiser II« auch das letzte Boot in den kommenden Tagen wieder zu Wasser gelassen werden soll. Die neue Steganlage werde zwar erst nächstes Jahr kommen, der Betrieb laufe aber trotzdem. Festgemacht werden sollen die Boote an zwei neuen Betonklötzen. Ein Statiker sei bereits vor Ort gewesen, um die Konstruktion zu prüfen.

Somit scheinen die stürmischen Zeiten für den Marineverein der Vergangenheit anzugehören. Ruhigeres Fahrwasser ist in Sicht. Das freut sicher auch den neuen Pächter.



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