08. März 2017, 06:00 Uhr

Parkgebühren an Ringallee

Parken »teurer als die Pacht«

Die Einführung von Parkgebühren an der Ringallee trifft viele Gießener. Dazu gehören auch die Kleingärtner. Sie hoffen auf eine Ausnahmeregelung.
08. März 2017, 06:00 Uhr
Rechts die Kleingärten des Vereins Freizeit und Erholung. Für die Nutzung der Parkplätze müssen die Gartenpächter bald Gebühren zahlen. (Fotos: Schepp )

Die Studenten der Technischen Hochschule, die Beschäftigten und Besucher der Justizbehörden und des Badezentrums, die Vereinsgemeinde der Spielvereinigung Blau-Weiß und die Schüler der Theodor-Litt-Schule: Die Liste der Gruppen, die von der bevorstehenden Einführung von Parkgebühren auf dem Messeplatz und der Ringallee betroffen sind, ist lang. Dazu gehören auch die Kleingartenvereine, deren Gelände sich unterhalb der oberen Ringallee befinden. Dort wird ein Tagesticket künftig zwei Euro kosten. »Rechnet man das aufs ganze Jahr hoch, kommen die Parkgebühren fast teurer als die Pacht«, sagt Eduard Frisch, Vorsitzender des Vereins Freizeit und Erholung.

Das Areal des Vereins, der über 72 Kleingärten verfügt, die von der Stadt gepachtet sind, schließt sich direkt an den Quellgarten an. An einer der Türen hängen Berichte der Gießener Allgemeinen Zeitung aus der vergangenen Woche, in denen es um die Parkgebühren ging. Die Pläne zur Parkraumbewirtschaftung der Ringallee sind den Vereinen bekannt, »aber seit der Landesgartenschau haben wird davon nichts mehr gehört«, erklärt Michael Kunz. Seit nunmehr 33 Jahren hat der Schwerbehinderte einen Kleingarten an der Ringallee. »Wenn ich im Sommer schnell mal gießen will, sind künftig jedes Mal zwei Euro fällig. Da überlegt man schon, den Garten abzugeben«.


Parksituation "jetzt schon unbefriedigend"

Thema waren die Parkgebühren auch bei der Jahreshauptversammlung des Vereins am Samstag. Bereits im Vorfeld habe er Kontakt zur Kreisvereinigung der Kleingärtner aufgenommen, um zu klären, was man tun könne, berichtet der Vorsitzende. Zunächst will Frisch mit den beiden Nachbarvereinen und der städtischen Straßenverkehrsbehörde reden. »Ich will erst einmal wissen, was da genau geplant ist und ob es Alternativen für uns gibt«, sagte Frisch. So habe die Stadt den Kleingärtnern, als die Ringallee vor der Gartenschau umgebaut wurde, Ausweise ausgestellt, damit sie in der Nähe ihrer Gärten parken konnten. Und ganz früher seien allein seinem Verein von der Stadt bis zu 15 Parkplätze zugeordnet worden. Die Parksituation an der oberen Ruingallee ist laut Frisch auch jetzt schon unbefriedigend. Bis in die Nachmittagsstunden hinein seien die Plätze oft von den Berufsschülern belegt. Frisch: »Es gibt bei uns etliche Mitglieder, die wohnen in der Nähe und kommen zu Fuß oder mit dem Fahrrad in den Garten, aber einige sind auch aufs Auto angewiesen.«

Der Vorsitzende gibt auch zu bedenken, dass die Kleingärtner in den letzten Jahren Pacht- und Grundsteuererhöhungen verkraften mussten. Die Mitglieder von Freizeit und Erholung seien schließlich »keine Gutbetuchten«, sondern Kleinverdiener und Rentner. Laubenpieper Kunz indes hat einen ganz anderen Verdacht, was hinter den Parkgebühren steckt: »Man macht die Kleingärten so unattraktiv, dass die irgendwann aufgegeben werden. Dann ist Platz für ein neues Wohngebiet.«

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