20. Januar 2015, 20:03 Uhr

Polizei: Unterschiedliche Tätergruppen brechen Autos auf

Gießen (sha). Zwei unterschiedliche Tätergruppen vermutet die Polizei hinter den vielen Autoaufbrüchen, die derzeit aus dem gesamten Stadtgebiet gemeldet werden.
20. Januar 2015, 20:03 Uhr
Oft setzen Autoknacker Schraubenzieher oder Spezialwerkzeuge ein, um das Türschloss zu öffnen. In einem aktuellen Fall in Kleinlinden gingen die Täter brutaler vor: Sie schlugen jeweils eine Seitenscheibe ein. (Foto: dpa)

Gießen (sha). Er kann ein Lebensretter sein. Und damit unbezahlbar. Den konkreten Wert eines Fahrerairbags schätzt Jörg Reinemer, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Mittelhessen, im Durchschnitt auf rund 2000 Euro. Eine Summe, die immer häufiger auch Begehrlichkeiten bei Dieben zu wecken scheint.

Im Gespräch mit der Gießener Allgemeinen Zeitung berichtete Reinemer am Dienstag, dass die Ermittler zwei unterschiedliche Tätergruppen hinter der Serie von Pkw-Aufbrüchen vermuten, die seit dem Jahreswechsel die Bewohner der Universitätsstadt aufschreckt (die GAZ berichtete). Die Vorgehensweise der Diebe ist auf den ersten Blick gleich. Sie schlagen die Scheiben der Autos ein. Geklaut werden dann allerdings sehr unterschiedliche Objekte.

Wie der Sprecher erläutert, gebe es einerseits Täter, die dem Bereich der »klassischen Beschaffungskriminalität« zugeordnet werden könnten. Diese Personen, meist Drogenabhängige, würden alle möglichen Dinge aus den aufgebrochenen Fahrzeugen klauen, die sich später in irgendeiner Form zu Geld machen ließen. Dabei müssen die Wertgegenstände gar nicht frei sichtbar im Fahrgastraum eines Autos herumliegen, betonte der Polizist. Jacken oder Taschen auf der Rückbank erweckten bereits das Interesse der Langfinger. Selbst die Saugnäpfe für die Halterung eines mobilen Navigationsgeräts sollten entfernt werden. Sie könnten bei Dieben die Annahme erzeugen, das dazugehörige Navi befinde sich nebenan im Handschuhfach – auch, wenn der Besitzer es mit ins Haus genommen hat.

Die zweite Täterkategorie hat sich nach Reinemers Einschätzung spezialisiert. Diese Personen entwenden vor allem Fahrerairbags oder festinstallierte Navigationsgeräte. Beide Objekte sind mehrere tausend Euro wert und müssen aus den Fahrzeugen ausgebaut werden. Hier vermutet der Polizist »organisierte Kriminalität« im Hintergrund. Im Gegensatz zu Drogenabhängigen agierten diese Personen auch in Banden, würden nachts gezielt in Wohnvierteln abgesetzt. Bürger, denen nach Einbruch der Dunkelheit Pkw mit fremden Kennzeichen in Wohnstraßen oder andere Besonderheiten auffallen, können sich unter Tel. 06 41/70 06 0 bei der Polizei melden.



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