27. April 2018, 15:08 Uhr

Großkontrolle

Polizei kontrolliert Fernbusse

Bei einer groß angelegten Kontrollmaßnahme nimmt die Polizei in Gießen am Freitag Fernbusse unter die Lupe. Das Ziel: Die Sicherheit der Fahrgäste überprüfen.
27. April 2018, 15:08 Uhr
Bei der Polizeiaktion werden die Busse auf Herz und Nieren überprüft. (Foto: Oli Schepp)

In Gießen findet heute eine groß angelegte Fernbus-Kontrolle statt. "Ziel ist, Technik und Sicherheit der Busse zu überprüfen", erklärt Hartmut Klös von der Polizei. Beim regionalen Verkehrsdienst ist er auf die Kontrolle des gewerblichen Personen- und Schwerlastverkehrs spezialisiert. Bis zum Mittag müssen sich etwa ein Dutzend Busse der Kontrolle unterziehen. "Schwerwiegende Verstöße gab es bislang nicht, aber kleinere Auffälligkeiten wie ein fehlender Verbandskasten oder eine minimale Überschreitung der Ruhezeit waren schon dabei", sagt Klös.

Das Vorgehen am Freitag: Drei Polizeibeamte sind mit dem Motorrad im Stadtgebiet unterwegs, wenn sie Fernbusse entdecken - in Gießen sind täglich bis zu 50 Stück unterwegs - "schleppen" sie sie bis zum Parkplatz an den Messehallen. Dort wartet ein Polizeiaufgebot mit zehn weiteren Beamten, um die Kontrolle durchzuführen.

Technik und Personenkontrolle

Sobald der Bus anhält, teilen sich die Beamten in zwei Teams auf. "Das eine Team überprüft die Technik, also Bereifung, Bremsen, Lichter, Karosserie, Plaketten. Die anderen sind dafür verantwortlich, den oder die Fahrer und die Fahrgäste zu überprüfen", erklärt Michael Jung von der Polizei. Zunächst werden dazu die Papiere des Fahrers überprüft - Führerschein, Fahrzeugschein - und anschließend seine Fahrerkarte. Die muss jeder Bus- und LKW-Fahrer haben und bei Fahrtantritt in eine Vorrichtung im Fahrzeug stecken. Auf der Karte werden dann alle relevanten Daten gespeichert: Lenkzeiten, Ruhezeiten, Geschwindigkeit.

Der Fernbus-Markt ist in den letzten Jahren so explodiert, dass es wichtig ist, Technik und Sicherheit engmaschig zu kontrollieren

Hartmut Klös

Im Überwachungswagen der Polizei werden diese Karten direkt auf dem Parkplatz an den Hessenhallen mit einem speziellen Computer-Porgramm ausgelesen. "Gibt es schwerwiegende Verstöße wie nicht eingehaltene Ruhezeiten, gehen wir an den Bus und laden weitere Daten herunter", erklärt Jung. Bei der Kontrolle am Freitagvormittag ist von zehn Fahrern nur einer dabei, der seine Ruhezeit leicht überschritten hat. Pro Dienstwoche sind das 45 Stunden, bei einer sogenannten Doppelwoche sind es 69 Stunden.

Wer ist dieser Fahrgast?

Bei der Kontrolle gehört es auch dazu, die Personalien aller Fahrgäste zu überprüfen: Wer im Fernbus sitzt, muss nicht nur seine Fahrkarte, sondern auch seinen Personalausweis vorzeigen. Nur für's Protokoll? Mitnichten, wie ein Beispiel am Vormittag zeigt: Ein junger Asiate wird von zwei Beamten aus dem Flixbus geführt. "Der Mann hat keinerlei Ausweisdokumente bei sich", erklärt Thorsten Mohr von der Polizei. Lediglich eine Plastiktüte mit Lebensmitteln und etwas Bargeld hat er auf seiner Reise nach Essen dabei. Da er weder deutsch noch englisch spricht, kann er auch nicht mit den Polizeibeamten kommunizieren. "So können wir ihn definitiv nicht weiter fahren lassen", erklärt Mohr. Zwei Beamten von der Polizeistation Gießen-Nord seien bereits auf dem Weg, den jungen Mann abzuholen. "Auf der Wache wird dann eine sogenannte Fast-ID gemacht. Wenn er in den letzten Jahren offiziell nach Deutschland eingereist ist, müssten wir seine Identität mittels Fingerabdruck feststellen können." Wenn ja, darf er mit dem nächsten Fernbus nach Essen fahren, wenn nicht, dann nicht. "Solche Dinge sind eher Beifang",sagt Einsatzleiter Hartmut Klös. Primär sei das Ziel vor allem eines: "Der Fernbus-Markt ist in den letzten Jahren so explodiert, dass es wichtig ist, Technik und Sicherheit engmaschig zu kontrollieren."

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