27. November 2009, 19:02 Uhr

Preise für Forschung und Lehre vergeben

Gießen (si). Die Justus-Liebig-Universität hat auch in diesem Jahr Preise und Auszeichnungen für besondere akademische Leistungen vergeben.
27. November 2009, 19:02 Uhr
Präsidiumsmitglieder und Festredner (erste Reihe) sowie die Preisträger vor dem Festakt im Foyer des Hauptgebäudes. (Fotos: fm)

Gießen (si). Die Justus-Liebig-Universität hat auch in diesem Jahr Preise und Auszeichnungen für besondere akademische Leistungen vergeben. Geehrt wurden die meist jungen Wissenschaftler sowie ein Student am Freitag beim Akademischen Festakt, der traditionell am letzten Freitag im November stattfindet. Hochschulmitglieder, Vertreter aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft sowie der Preisspender und Angehörige der Geehrten nahmen an der zweistündigen Feier in der Aula teil, die diesmal bis auf den letzten Platz gefüllt war. Das lag vor allem am Festredner, Dr. Frank-Walter Steinmeier. Der Bundesaußenminister a.D. und amtierende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion sprach an jenem Ort, den er schon als Student kennengelernt und später als wissenschaftlicher Mitarbeiter öfter besucht hatte (»hier saß ich als Konventsmitglied«), in einer sehr persönlich gehaltenen Rede über »Aspekte der deutschen Außenwissenschaftspolitik und die Rolle der Universitäten«).

Den mit 10 000 Euro dotierten Röntgen-Preis der Justus-Liebig-Universität überreichte Prof. Alfred Müller (Experimentalphysik) an Dr. Till Nikolaij Jahnke von der Universität Frankfurt (Institut für Kernphysik). Die Pfeiffer Vacuum GmbH, die Dr.-Erich-Pfeiffer-Stiftung und die Ludwig-Schunk-Stiftung honorierten mit dem von ihnen gestifteten Preis Jahnkes bahnbrechende Forschungen zur »Interatomic Coubombic Decay (ICD)«. Dabei geht es um Energieverschiebungen in der Atomhülle, mit denen sich möglicherweise auch Strahlenschäden in der Natur besser erklären lassen.

Die weiteren Auszeichnungen gingen ausnahmslos an Wissenschaftler der Gießener Hochschule. Der Dr.-Herbert-Stolzenberg-Preis der gleichnamigen Stiftung hat in diesem Jahr zwei Preisträger. Ausgezeichnet wurde in der Sektion Wirtschaftswissenschaften Privatdozent Dr. Enrik Egbert (Volkswirtschaftslehre IV) für seine herausragenden Beiträge zur Institutionen- und Verhaltensökonomik. In der Sektion Chemie ging der Preis (in Abwesenheit) an Dr. Torsten Brezesinski für dessen Arbeiten zum Thema »Kontrolle der magnetischen und magnetoelektrischen Kopplung in selbstorganisierten, nanoskaligen Materialien«. Kanzler Dr. Michael Breitbach überreichte die jeweils mit 3000 Euro dotierten Urkunden.

Über den Wolfgang-Mittermaier-Preis für herausragende Leistungen in der akademischen Lehre (vorwiegend in den geistes-, sozial- und kulturwissenschaftlichen Fachbereichen), der auf Vorschlag der Studierenden vergeben wird, freuen sich diesmal drei Preisträger: Dr. Matthias Recke (Institut für Altertumswissenschaft), George Bailey (Anglistik) und Dr. Sascha Feuchert (Germanistik). JLU-Vizepräsident Prof. Joybrato Mukherjee überreichte die mit jeweils 1000 Euro verbundene Auszeichnung, die die Erwin-Stein-Stiftung zum Gedenken an Wolfgang Mittermaier vergibt, der von 1903 bis 1933 Professor für Strafrecht an der Universität Gießen war und sich hier trotz nationalsozialistischer Pressionen für seine jüdischen Studierenden einsetzte.

Dissertationsauszeichnungen, die die Gießener Hochschulgesellschaft mit jeweils 500 Euro ausgestattet hat, überreichte die für Forschung zuständige Vizepräsidentin Prof. Katja Becker an Dr. Sven Simon (Sektion Rechts- und Wirtschaftswissenschaften), Dr. Maria Olkkonen (Sozial- und Sportwissenschaften sowie Psychologie), Dr. Frank André Eiermann (Sprach-, Literatur-, Kultur- und Geschichtswissenschaften sowie Philosophie), Dr. Jörg Teubert (Naturwissenschaften), Dr. Jochen Hartl (Agrarwissenschaften, Ökotrophologie und Umweltmanagement), Dr. Sebastian Galuska (medizinische Fächer, Biologie) sowie Dr. Jutta Träger und Dr. Katrin Schneider (beide sektionsunabhängig).

Mit dem vom Deutschen Akademischen Austauschdienst ausgelobten und mit 1000 Euro ausgestatteten DAAD-Preis für ausländische Studierende wurde der aus Syrien stammende Medizinstudent Fadl Alfarawan ausgezeichnet. Der 25-Jährige setzt sich neben seinem Studium, in dem er weit überdurchschnittliche Leistungen bringt, in sozialen und fachlichen Belangen für seine Kommilitonen ein, und zwar insbesondere für ausländische Studierende.

Für die musikalische Begleitung sorgte das Kammerorchester des Universitätsorchesters und Leitung von Stefan Otterbach.

Weitere Texte - wie zur Rede Steinmeiers - finden sich in der AZ-Printausgabe am Samstag.



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