29. Oktober 2012, 18:23 Uhr

Ricarda Heintz-Ornik gewinnt Krimi-Schreibwettbewerb

Gießen (pd). Zwei kommunalpolitische Dauerbrenner haben beim 9. Krimischreibwettbewerb der Gießener Allgemeinen Zeitung eine tragende Rolle gespielt. Wir haben die besten Beiträge zum Nachlesen veröffentlicht.
29. Oktober 2012, 18:23 Uhr
Krimi-Matinee: Harald Pfeiffer liest vor rund 50 Besuchern den Siegerkrimi »E 605« von Ricarda Heintz-Ornik. (Fotos: Friedrich)

Beim siegreichen Beitrag »E 605« von Ricarda Heintz-Ornik bringt ausgerechnet der Abriss des Samen-Hahn-Gebäudes den Privatdetektiv auf die ersehnte heiße Spur in einem Mordfall, der 35 Jahre zurückliegt. Über den zweiten Platz bei der Matinee am Sonntag durfte sich diesmal Vorjahressiegerin Elke Bergsma freuen.

Bei ihrem Krimi »Gewitterfronten« geht es auch um die Vorbereitungen zur Landesgartenschau 2014. Ausgerechnet in einem Camp von Gartenschau-Gegnern am Schwanenteich (»Open Gardening«) wird ein Toter gefunden . . . Ebenfalls viel Lokalkolorit hat »Mordsdichter« Dieter Petersen zu bieten. Der Drittplatzierte nimmt die Leser in seinem Beitrag »Kassensturz« mit auf eine atemberaubende Verfolgungsjagd, die vom Lindener Gewerbegebiet über den Gießener Ring bis an den nördlichen Stadtrand von Gießen und schließlich an die Lahn führt.

Den meisten Applaus bei der Siegerehrung in den Räumen der Gießener Allgemeinen Zeitung erhielt Harald Pfeiffer. Der Schauspieler des Gießener Stadttheaters trug den Siegerkrimi mit ausdrucksstarker und variantenreicher Stimme vor und gab ihm so eine ganz eigene Note.

  1. Platz: Ricarda Heintz-Ornik
  2. Platz: Elke Bergsma
  3. Platz: Dieter Petersen
  4. Platz: Ilka Voigt/Dr. Hans Schneider
  5. Platz: Selina Hillebrand

Unter den rund 50 Gästen der Krimi-Matinee konnte Moderator Manfred Merz, Leiter der GAZ-Kulturredaktion, auch Uwe Lischper begrüßen. Der Organisator des Krimifestivals erklärte sich spontan dazu bereit, die fünf Siegerkrimis auf der Festival-Homepage (www.giessen.krimifestival.de) zu veröffentlichen. Nachzulesen sind sie auch unter www.giessener-allgemeine.de. Nicht zu beneiden war die Jury, die sich auch in diesem Jahr aus Andrea Wagner vom Literarischen Zentrum Gießen (LZG) sowie den GAZ-Redakteuren Marion Schwarzmann und Armin Pfannmüller zusammensetzte, um ihre Aufgabe, aus allen eingesandten Beiträgen die fünf Erstplatzierten auszuwählen.

Über den Sieg durfte sich diesmal Ricarda Heintz-Ornik freuen. Die Hobby-Autorin begibt sich in »E 605« auf eine Zeitreise ins Gießen der Siebzigerjahre. Damals waren in der Stadt noch viele US-Soldaten stationiert. Die Liebe zu einem GI wird der jungen Loretta zum Verhängnis – denkt man zunächst. Als ihr Bruder 35 Jahre später einen Privatdetektiv beauftragt, bringen ein altes Foto und eine Begegnung beim Abriss des Samen-Hahn-Gebäudes Licht ins Dunkel. Mehr soll hier nicht verraten werden – schließlich wird der komplette Kurzkrimi in allen drei Ausgaben des Verlags veröffentlicht.

Um Deiche an den Teichen geht es bei »Gewitterfronten«. Elke Bergsma verbindet die Vorbereitungen für die Landesgartenschau mit ostfriesischem Flair. Ubbo Harms schüttelt nur den Kopf ob der mittelhessischen Dammplanungen – und sein Sohn Focko betätigt sich im Protestcamp als »Open Gardener«. Für das Ermittlerduo löst sich der Fall aber schließlich in Wohlgefallen auf. Der ehemalige Gießener Polizist, der nach Ostfriesland strafversetzt worden war und zwischenzeitlich als Leiche am Schwanenteich auftaucht, ist freiwillig aus dem Leben geschieden.

Einen echten Mörder gibt es dagegen bei »Kassensturz«. Dieter Petersen schildert die Verzweiflung eines Mannes, der versucht, seine Probleme durch einen Griff in die Kasse eines Marktes zu lösen und dadurch erst recht in eine hoffnungslose Lage gerät.

Hinter Ilash Voider verbirgt sich das Autorenduo Ilka Voigt/Dr. Hans Schneider. Beide schildern in »Laborabimus« die Machenschaften des Chefs einer Zeitarbeitsfirma, die zum Tod einer jungen Frau führen. Welche Qualen eine Mutter erleidet, weil ihr »Lieber Samuel« die Familie mit seinen Gewalttaten in den Abgrund reißt, erzählt die fünftplatzierte Selina Hillebrand.

Bei der abschließenden Siegerehrung durften sich die fünf Gewinner jeweils über ein Exemplar des Romans »Bis zur Neige« von Petra Hartlieb und Claus-Ulrich Bielefeld freuen. Je zwei Karten für die Krimiparodie »Die Wanze« erhielten darüber hinaus die Zweit- und Drittplatzierten. Auf Siegerin Ricarda Heintz-Ornik wartet ein Krimidinner für zwei in Marburg. Einen Sonderpreis gab es für Sophie Pfarschner. Die Neunjährige hat als jüngste Teilnehmerin gemeinsam mit ihrer Mutter Astrid Pfarschner einen Beitrag verfasst.

Schreibwettbewerb zum Krimifestival 2012 - Beitrag von Hans Schneider und Ilka Voigt Schreibwettbewerb zum Krimifestival 2012 - Beitrag von Elke Bergsma Schreibwettbewerb zum Krimifestival 2012 - Beitrag von Ricarda Heintz-Ornik Schreibwettbewerb zum Krimifestival 2012 - Beitrag von Dieter Petersen Krimi-Schreibwettbewerb 2012 Selina Hillebrand

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