19. November 2018, 22:06 Uhr

Röntgenpreis für Physiker Dr. Lars von der Wense

19. November 2018, 22:06 Uhr
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Aus der Redaktion
von der Wense

Die Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) verleiht in diesem Jahr ihren Röntgenpreis an den Physiker Dr. Lars von der Wense von der Ludwig-Maximilians-Universität München. Gestiftet wird der mit 15 000 Euro dotierte Preis hälftig von Pfeiffer Vacuum und der Dr. Erich Pfeiffer Stiftung sowie von der Ludwig-Schunk-Stiftung.

Lars von der Wense ist es gelungen, im Rahmen seiner Dissertation das Thorium-Isomer Thorium-229m, nach dem seit über 40 Jahren intensiv gesucht wurde, direkt nachzuweisen. Damit schuf von der Wense die Grundlage für die zukünftige Entwicklung einer Atomkern-Uhr. Das Isomer zeichnet sich durch die kleinste bekannte Anregungsenergie aller Atomkerne aus. Bei einer Atomkern-Uhr würde man den niedrigliegenden Übergang von Thorium-229m zum Grundzustand als Zeittakt verwenden. Im Gegensatz zu optischen Atomuhren, bei denen Übergänge in der Atomhülle genutzt werden, würde eine Atomkern-Uhr eine wesentlich genauere Zeitmessung erlauben. Der Grund dafür ist, dass Atomkerne sehr viel weniger anfällig für äußere Störungen wie elektrische und magnetische Felder in der Umgebung sind als die Atomhülle. Eine Atomkern-Uhr könnte relativ kompakt gebaut und dann beispielsweise für die nächste Generation des Navigationssystems GPS in einem Satelliten ins All geschossen werden. Für seine Arbeit erhielt Lars von der Wense Dissertationspreise der LudwigMaximilians-Universität München und der Deutschen Physikalischen Gesellschaft.

Der Röntgenpreis wird am Freitag, 30. November, beim Akademischen Festakt der JLU verliehen. Den Röntgen-Vortrag mit dem Titel »Die Grenzen der Zeitmessung: Von der Atomuhr zur Kernuhr« hält von der Wense am Donnerstag, 29. November, um 18 Uhr im Hörsaal II, Hörsaalgebäude der Physik, Heinrich-Buff-Ring 14. (pm)



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