16. August 2017, 20:58 Uhr

Ruf des Kindergartens leidet

16. August 2017, 20:58 Uhr
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Von Guido Tamme

Der Name »Lummerland« klingt vertrauenerweckend. Aber der Ruf der Allendorf Kindertagesstätte ist nicht der beste. Das haben in der Vergangenheit mehrere Vorkommnisse verursacht, die einen fast kompletten Austausch der Belegschaft erforderlich machten. Aktuell macht die Kita durch eine akute Personalnot negativ von sich reden. Das hat dazu geführt, dass Eltern aus dem Neubaugebiet ihre Kinder lieber in Lützellinden oder Kleinlinden anmelden als in ihrem neuen Wohnort. Mit Besorgnis und Kritik an der Stadt als Arbeitgeber diskutierte der Ortsbeirat am Dienstag auf Antrag von SPD und Grünen über dieses Problem.

Derzeit sind 2,5 Stellen wegen einer Langzeiterkrankung und eines Wechsels in den Ruhestand nicht besetzt. Wie dramatisch die Situation ist, verdeutlichte Elternbeiratsvertreterin Sandra Binz: Ende Juni standen zwei Tage lang für die Betreuung von 41 Kindern nur eine Berufspraktikantin und eine Erzieherin zur Verfügung. Solche Engpässe müsse die Stadt doch durch befristete Anstellungen auffangen, sagte Monika Heep (SPD).

Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich räumte ein, die Situation sei seit geraumer Zeit unbefriedigend. Generell seien Neueinstellungen jedoch schwierig, weil »der Markt leer gefegt ist«. Ausgebildete Erzieher hätten es deshalb nicht nötig, befristete Stellen anzunehmen. Die Stadt werde verstärkt auf »Alltagsassistenten« ausweichen, um den Mangel zu beheben. Für die Kita Lummerland stehe eine Verbesserung bevor durch die Übernahme der Praktikantin zum 1. September und durch die Wiederbesetzung der stellvertretenden Leitung; dafür laufe derzeit das Auswahlverfahren.

Kita-Situation unbefriedigend

Keine Sorgen macht hingegen die ehemalige Kreismülldeponie. Das versicherte der stellvertretende Ortsvorsteher Gerd Euler (FW), der den für Laien schwer verständlichen »Deponieeigenkontrollbericht 2016« zusammengefasst hatte. Es entstehe zwar immer noch Methangas, aber deutlich weniger als früher. Das habe dazu geführt, dass die inzwischen zu groß dimensionierte Gasturbine vor einem Jahr ausgefallen ist und nun durch ein kleineres Gerät ersetzt werden soll. Das Sickerwasser werde in den Mühlbach abgeführt und gelange nicht ins Grundwasser. Die Senkung des Hügels hat sich laut Landkreis auf ein bis zwei Zentimeter pro Jahr verlangsamt; seit der Schließung sei er um 2,80 Meter niedriger geworden. Einziges kleines Problem sei, dass an den Brunnen zum Auffangen des Faulgases ein wenig Gas austritt. Wegen der Brandgefahr bleibt deshalb der größte Teil des »Aussichtsgipfels« gesperrt.

Keinen Widerspruch gab es zum Wunsch von FW und Grünen, dass die Stadt die »Spundwand« entlang des Kleebachs südlich der Untergasse repariert. Bisher schütze sie die Privatgrundstücke vor Überflutungen, doch seien die eingebauten Kanthölzer inzwischen stark vermodert und könnten einem Hochwasser nicht mehr standhalten.



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