17. August 2018, 22:16 Uhr

Schandfleck wird zum Quellgarten

17. August 2018, 22:16 Uhr
Die Beteiligten freuen sich über das neue Biotop. (Fotos: chh/pm)

Das Areal liegt versteckt hinter den Kleingärten im Osten von Rödgen. Vermutlich ist die Abgeschiedenheit auch der Grund, warum hier seit etlichen Jahren immer wieder Menschen ihren Müll illegal entsorgen. Besorgniserregend ist auch der arglos weggeworfene Grün- und Astschnitt, der mit seinem Nährstoffeintrag den Boden überdüngt und somit die dort lebenden Pflanzen bedroht. Und davon gibt es hier auch spezielle. Zum Beispiel Rohrkolben und Schilf. Denn in der Mitte der Rasenfläche entspringt eine Quelle. Und die droht durch das ganze Grünzeug zu verlanden. Oder besser gesagt drohte. In einer gemeinsamen Aktion haben Mitglieder des örtlichen NABU, des Stadtreinigungsamts sowie der Mittelhessischen Wasserbetriebe mit finanzieller Unterstützung des Regierungspräsidiums Gießen das Areal vom Abfall befreit. Ein Schild wurde auch aufgestellt. Darauf steht: Rödgener Quellgarten.

Noch sieht das Areal ein wenig verwildert aus. Davon konnten sich Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich, Ortsvorsteherin Elke Victor, Umweltamtsleiter Gerd Hasselbach sowie Vertreter des NABU, der Mittelhessischen Wasserbetriebe und des Regierungspräsidiums bei einem Vor-Ort-Termin selbst ein Bild machen. »Das wird in absehbarer Zeit aber noch schöner werden«, versicherte NABU-Vorsitzender Thomas Roemer jedoch. Zum Beispiel durch das Anlegen eines Blühstreifens und das Aufstellen einer Sitzbank. Victor erhofft sich dadurch auch eine regulierende Funktion: »Wir gehen davon aus, dass dann weniger Menschen auf die Idee kommen, hier ihren Müll zu entsorgen.«

In den vergangenen Wochen haben die Helfer hier nicht nur mit Muskelkraft, sondern auch mit Hilfe eines Kettenbaggers die Erde umgegraben und Elektroschrott, Zementsäcke, bereits mit dem Boden verwachsene Matratzen und Bauschutt beseitigt. Der NABU will sich auch künftig um den Erhalt der Fläche kümmern, betonte Roemer.

Ortslandwirt Konstantin Becker war ebenfalls zum Termin gekommen. Er nahm die Revitalisierung des Biotops zum Anlass, auf die Nutzungsmöglichkeiten des Quellwassers hinzuweisen. Denn derzeit werde damit lediglich der Löschteich der Feuerwehr gespeist, das überschüssige Wasser lande jedoch direkt im Gulli und somit in der Kläranlage. »Es wäre doch sinnvoll, unterhalb des Hanges ein kleines Bassin anzulegen, in dem das Wasser gesammelt werden könnte«, regte Becker an. Sowohl die Landwirte als auch die Gartenbesitzer könnten sich dort bedienen. Eine Überlegung, die es vor einigen Jahren schon einmal in Rödgen gegeben hat, die dann aber im Sande verlaufen ist. Bürgermeisterin Weigel-Greilich, die den Einsatz der Helfer ausdrücklich lobte, kündigte an, diesen Vorschlag mit ins Rathaus zu nehmen.

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