Stadt Gießen

»Scheiß dir nix, dann fehlt dir nix«

Er ist ein Adrenalinjunkie, der gerne Grenzen auslotet, ein extremer Abenteurer. Doch Kletterprofi Thomas Huber ist dabei auch ein nahbarer, sympathischer und verletzlicher Mensch geblieben, der Niederlagen, Unfälle und wiederholtes Scheitern ebenso zahlreich erlebt hat wie Gipfelglück, Erfolge und Rekorde. Von seinem atemberaubenden Leben berichtete der 52-Jährige bei dem dreistündigen Multivisionsvortrag »Stein-Zeit« vor 400 Besuchern im Roxy-THM-Hörsaal.
27. März 2019, 22:08 Uhr
Jens Riedel
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Thomas Huber hat im Leben zwar viele, aber nicht alle Gipfel erreicht. (Foto: jri)

Er ist ein Adrenalinjunkie, der gerne Grenzen auslotet, ein extremer Abenteurer. Doch Kletterprofi Thomas Huber ist dabei auch ein nahbarer, sympathischer und verletzlicher Mensch geblieben, der Niederlagen, Unfälle und wiederholtes Scheitern ebenso zahlreich erlebt hat wie Gipfelglück, Erfolge und Rekorde. Von seinem atemberaubenden Leben berichtete der 52-Jährige bei dem dreistündigen Multivisionsvortrag »Stein-Zeit« vor 400 Besuchern im Roxy-THM-Hörsaal.

Die Zuhörer klebten dabei geradezu an Hubers Lippen, so wie Huber an senkrechten Felswänden ebenso zu kleben scheint. Der Berchtesgadener zeigte Fotos und Filme seiner waghalsigen Touren und Expeditionen aus den letzten 20 Jahren, unter anderem am berühmten Felsen »El Capitan« im Yosemite-Nationalpark in Kalifornien, den Thomas Huber zusammen mit seinem Bruder Alexander in neuer Bestzeit erklommen hat. Die harte Realität des Scheiterns musste er dagegen mehrmals am 7145 Meter hohen Latok 1 im Karakorum in Pakistan hinnehmen. »Mut kann auch bedeuten, im richtigen Moment umzukehren«, sagte Huber. Verantwortung tragen, Risiken richtig einschätzen und anerkennen, dass die Natur stärker ist als der Mensch, gehöre zum Bergsteigen ebenso dazu wie die Überwindung von Ängsten.

»Scheiß dir nix, dann fehlt dir nix«, gab Huber den Zuhörern am Ende mit auf den Heimweg. Lebe furchtlos, dann fehlt dir nichts. Der Verein »Ehrenamt Gießen« hatte den Abend mit Unterstützung der Sparda-Bank und der Technischen Hochschule organisiert und die Karten zum nicht kommerziellen Preis von fünf Euro verkauft.

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